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Politik

Impfallianz will ihre globalen Programme bis 2025 weiter ausbauen

Dienstag, 29. Oktober 2019

/dpa
Berlin – Der Chef der international aktiven Impfallianz Gavi (Global Alliance for Vaccines and Immunization), Seth Berkley, rief heute in Berlin Deutschland und andere Geberländer dazu auf, sich auch weiterhin für die globale Gesundheitsvorsorge zu enga­gieren. „Impfen macht den Unterschied“, betonte er. Es senke nicht nur die Sterblichkeit, sondern es trage auch zur generellen Gesundheitsvorsorge, zur Armutsbekämpfung und zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Positiv hob Berkley Deutschlands Engagement in den vergangenen Jahren hervor: „2015 richtete die Bundesregierung die erfolgreiche Gavi-Geberkonferenz aus und beteiligte sich auch selbst bis 2020 mit 600 Millionen Euro an der multilateralen Förderung von globalen Impfprogrammen“, betonte Berkley. Deutschland habe während der deutschen G7-Präsident­schaft und unter dem Eindruck des Ebola-Ausbruchs 2015 in Westafrika sein Engagement für die Impfallianz Gavi deutlich verstärkt.

Für die nächste Periode von 2021 bis 2025 erhofft sich die Impfallianz abermals eine Stei­ge­rung der Unterstützung von Seiten Deutschlands ­ konkret eine Fördersumme von 700 Millionen Euro. Die nächste Geberkonferenz findet im Juni 2020 in London, Großbritannien, statt. Bekannt gab Berkley die Pläne von Gavi aber bereits jetzt: „Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren weitere 300 Millionen Kinder in Entwicklungsländern zu impfen und somit acht Millionen Menschen vor dem Tod zu bewahren“, sagte der Arzt und Epidemiologe. Notwendig seien dafür insgesamt 7,4 Milliarden US-Dollar.

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Konzentrieren will sich Gavi auch weiterhin auf die Finanzierung von Basisimpfstoffen. Seit 2000 wurden sechs Basisimpfstoffe finanziert, bis zum Ende der nächsten Phase 2025 soll die Zahl auf 18 ansteigen. Dazu gehören vor allem der inaktivierte Polio-Impfstoff sowie Impfstoffe gegen Tollwut und Meningokokken. Zudem sollen Mittel für die Bevorratung des Ebola-Impfstoffes bereitgestellt werden, dessen Zulassung bald erwartet wird. Die bishe­rigen Studien seien sehr erfolgreich gewesen, berichtete Berkley in Berlin.

Präventiv verab­reicht hätte die Vakkzine einen Schutz von 97 bis 100 Prozent vor dem Ausbruch der Ebola-Infektion erreicht. Derzeit berate man über die beste Ebola-Impfstrategie. Denkbar seien Impfungen in Gebieten eines beginnenden Ausbruchs, aber auch präventive Impfungen, insbesondere von Personen mit erhöhtem Risiko, wie Gesundheitspersonal.

„Insgesamt sind wir auf einem guten Weg“, sagte Berkley. 90 Prozent aller Kinder weltweit erhielten die erste Impfdosis gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Kinder in abge­legenen Regionen zu erreichen, sei immer weniger ein Problem. Impf-Hindernisse stellten dagegen politische Bestrebungen dar. Die meisten Kinder würden nicht erreicht, weil sie in urbanen Slums lebten oder auf der Flucht seien. Impfskepsis sei in den Entwicklungslän­dern dagegen kein Problem: „Hier sehen die Menschen die Kranken noch und erleben, wie Angehörige daran sterben.“

Gavi wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine globale Impfallianz, die den öffentlichen und den privaten Sektor mit dem gemeinsamen Ziel zusammenbringt, Kindern in den ärmsten Ländern der Welt den gleichen Zugang zu neuen und nicht ausreichend genutzten Impfstoffen zu ermöglichen. © ER/aerzteblatt.de

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