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Belgische Liberale initiieren Debatte zu Sterbehilfe im Alter

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Das Sterbehilfe-Set, das in belgischen Aphotheken erhältlich ist. /picture alliance
Das Sterbehilfe-Set, das in belgischen Aphotheken erhältlich ist. /picture alliance

Brüssel – Die flämischen Liberalen (Open VLD) haben in Belgien eine neue Debatte über aktive Sterbehilfe für alte Menschen ohne unheilbare Krankheit angestoßen. Die Vorsitzende der Partei, Gwendolyn Rutten, sprach sich für aktive Sterbehilfe für Ältere aus, die ihr Leben als beendet ansehen. Das berichten heute verschiedene belgische Medien.

Gegenwind erhält der Vorschlag unter anderem von den belgischen Christ- und Sozialdemokraten. Experten kritisieren zudem, dass sich eine Debatte zur aktiven Sterbehilfe zuerst mit der Situation dementer Menschen auseinandersetzen sollte. Ärzte, die Patienten mit starker Demenz aktive Sterbehilfe erteilen, handeln derzeit in einer gesetzlichen Grauzone.

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In Zusammenhang mit der Debatte wird auch über Einsamkeit im Alter diskutiert. Die Leiterin des Zentrums für Pflegeforschung an der Leuvener Universität, Chantal Van Audenhove, plädiert etwa für eine bessere Versorgung allein lebender Menschen, um zu verhindern, das diese „lebensmüde“ werden. Die flämischen Liberalen hatten bereits Initiativen zur Bekämpfung von Einsamkeit angekündigt.

Aus ärztlicher Sicht birgt die Frage um aktive Sterbehilfe für Menschen, die ihr Leben für gelebt halten, auch praktische Probleme. Es stelle sich die Frage, wie weit man dann noch von einer Hilfe beim Selbstmord entfernt sei, sagte die Leiterin der Geriatrie-Abteilung am Genter Universitätsklinikum, Nele Van den Noortgate. Es gehe bei dieser Debatte nicht mehr um eine medizinische Sterbehilfe, daher sollte diese nicht von Ärzten durchgeführt werden.

In Belgien ist aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen seit 2002 legal. Zuletzt stieg die Zahl der Fälle leicht an. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 2.357 Menschen betroffen. 67,1 Prozent waren älter als 70 Jahre. Bei den meisten Patienten wurde eine Kombination von „schweren und unheilbaren Krankheiten“ als Grund für die Wahl der aktiven Sterbehilfe angegeben. © kna/aerzteblatt.de

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