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Medizin

Wie der Ebola-Impfstoff rVSV-EBOV genau wirkt

Mittwoch, 30. Oktober 2019

picture alliance / dpa

Köln – Seit dem Jahr 2018 haben über 200.000 Menschen den Ebola-Impfstoff rVSV-EBOV erhalten. Wie dieser genau wirkt, war bislang jedoch nur teilweise bekannt. Wissenschaftler um Florian Klein, Direktor des Instituts für Virologie in Köln, konnten die durch rVSV-EBOV ausgelöste Antikörperantwort jetzt im Detail entschlüsseln. Ihre Arbeit ist im Fachmagazin Nature Medicine (DOI: 10.1038/s41591-019-0602-4) erschienen. Die Untersuchungen erfolgten mit der Unterstützung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in enger Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Marburg, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Weizmann-Instituts für Wissenschaften in Israel.

Der rekombinante Lebendimpfstoff rVSV-ZEBOV verbindet abgeschwächte vesikuläre Stomatitis-Viren (VSV) mit dem Hüllprotein des Ebola-Virus vom Zaire-Stamm (ZEBOV).

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Die Impfung ruft laut den Forschern eine große Bandbreite an verschiedenen Antikörpern gegen das Ebola-Virus hervor, die unterschiedliche Stellen auf dem Hüllprotein des Virus erkennen. Ausgesprochen wirkungsstark waren dabei die Antikörper namens „3T0331“ und „4T0243“. Diese konnten Ebola-Viren unter Zellkultur-Bedingungen deutlich effizienter neutralisieren als andere Antikörper, die zurzeit therapeutisch eingesetzt werden.

Des Weiteren entdeckten die Wissenschaftler, dass bestimmte Antikörper bei allen untersuchten und geimpften Personen in sehr ähnlicher Weise auftraten. Dafür hat die Arbeitsgruppe B-Zellen untersucht, die für die Bildung der Antikörper verantwortlich sind. „Die spezifischen B-Zellen im Blut der geimpften Personen haben wir mittels eines markierten Ebola-Hüllproteins sichtbar gemacht und jede einzelne Zelle genau analysiert“, erläutert Matthias Zehner, einer der Erstautoren der Arbeit. „Die Ähnlichkeit bestimmter Antikörper zwischen den geimpften Personen ist sehr beeindruckend, da jeder Mensch eine fast unbegrenzte Anzahl an verschiedenen Antikörpern produzieren kann. Zudem ähneln sie auch den Antikörpern, die in Ebola-Überlebenden gefunden wurden, was unterstreicht, dass der Impfstoff zu einer der Virus-Infektion ähnlichen Antikörperantwort führt“, ergänzt Stefanie Ehrhardt, ebenfalls Erstautorin der Arbeit.

Laut den Forschern ist es laut der Arbeit möglich, therapeutische Antikörper effektiv aus geimpften Personen zu entwickeln. „Das ist besonders bei schwerwiegenden Ausbrüchen in Gebieten mit schlechter Infrastruktur von Bedeutung“, sagte Klein. Es sei möglich, direkt aus diesen Personen neutralisierende Antikörper zu isolieren. „Diese können dann zum Schutz und zur Therapie der Infektion eingesetzt werden“, so der Virologe. © hil/aerzteblatt.de

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