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Supermärkte in Neuseeland führen ruhige Einkaufsstunde für Autisten ein

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Zwei Einkaufswägen vor schwarzen Hintergrund. /lchumpitaz, stock.adobe.com
Für Autisten wollen in Neuseeland Supermärkte ein angenehmere Atmosphäre schaffen: Licht und Musik wird heruntergedreht, Regale werden kurzzeitig nicht aufgefüllt. /lchumpitaz, stock.adobe.com

Wellington – Neuseelands größte Supermarktkette Countdown hat eine spezielle ruhige Einkaufsstunde für Autisten und andere besonders sensible Kunden eingeführt. Eine Testphase in einigen Märkten sei „überwältigend positiv“ verlaufen und aufgenommen worden, daher gebe es die ruhige Stunde nun landesweit in allen 180 Supermärkten, sagte Countdown-Managerin Kirsten Dinnan.

Jeden Mittwochnachmittag werden nun in den Märkten das Licht gedimmt und die Hintergrundmusik leiser gestellt, Durchsagen werden auf Notfälle reduziert und Regale werden in dieser Zeit auch nicht aufgefüllt. Sogar der Piepton beim Scannen der Ware an der Kasse wird auf ein Minimum reduziert. „Es ist dann ein bisschen wie in einer Bibliothek“, sagte Dinnan.

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Die Idee für die Einkaufsstunde für sensible Menschen kam im vergangenen Jahr auf, als ein Kollege von Dinnan von den schwierigen Supermarktbesuchen mit seinem autistischen Sohn berichtete. Die meisten Menschen nähmen Einkaufsbesuche als selbstverständlich wahr, doch für Menschen mit einer gestörten Sinnesverarbeitung könnten sie „überwältigend sein, weil es so viele Auslöser gibt“, sagte die Managerin.

Der Testlauf sei nicht nur von Autismus-Patienten gut angenommen worden, sondern auch von älteren Menschen und solchen, die sich gerade von Herzinfarkten oder Kopfverletzungen erholten, berichtete Dinnan. Lob für die ruhige Stunde kam von der Autismus-Vereinigung des Landes. Die Maßnahme zeige, wie mit „kleinen Veränderungen ein inklusiveres Umfeld geschaffen“ werden könne. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits in Australien und in Großbritannien. © afp/aerzteblatt.de

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