NewsAuslandÄrzte ohne Grenzen: Gewalt gegen Geflüchtete im Süden Mexikos nimmt zu
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Gewalt gegen Geflüchtete im Süden Mexikos nimmt zu

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Migranten gehen den Highway 200 entlang auf dem Weg nach Huixtla bei Tapachula, Mexiko. Die Migranten aus Afrika, Kuba, Haiti oder anderen mittelamerikanischen Ländern brechen am frühen Morgen zu Fuß von Tapachula bis zur Südgrenze der Vereinigten Staaten auf. /picture alliance
Migranten gehen den Highway 200 entlang auf dem Weg nach Huixtla bei Tapachula, Mexiko. Die Migranten aus Afrika, Kuba, Haiti oder anderen mittelamerikanischen Ländern brechen am frühen Morgen zu Fuß von Tapachula bis zur Südgrenze der Vereinigten Staaten auf. /picture alliance
Berlin – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beklagt eine Eskalation der Gewalt gegen Geflüchtete im Süden Mexikos. „Was wir sehen, ist ein exponentielles Wachstum der Entführungen und eine Zunahme der Grausamkeiten und Foltermethoden von kriminellen Gruppen“, sagte die Leiterin der medizinischen Hilfe von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières, MSF) in der Stadt Tenosique, Gemma Pomares.

In den vergangenen Wochen sammelten MSF-Mitarbeiter nach Angaben der Organisation Zeugenaussagen von Reisenden aus dem Südosten Mexikos, in denen Entführungen, Folter, extreme Gewalt, grausame Behandlung und sexuelle Übergriffe zu Erpressungszwecken geschildert wurden. Betroffen waren Geflüchtete, die die Grenze von Guatemala auf ihrem Weg nach Tenosique überquert hatten.

Ärzte ohne Grenzen bietet in Tenosique medizinische und psychologische Hilfe an. Die Organisation versorgt seit 2012 Migranten hauptsächlich aus Honduras, Guatemala und El Salvador entlang der Migrationsroute Richtung USA.

Anzeige

In nur einem Monat seien elf Opfer von Entführungen und Folter behandelt worden, erklärte MSF. Mehrere Patienten schilderten demnach, dass sie die Vergewaltigung von Partnern mitansehen mussten.

Ärzte ohne Grenzen sieht einen Zusammenhang zwischen der Zunahme der Gewalt gegen Geflüchtete im Süden Mexikos und dem Druck, den die US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf Mexiko und die zentralamerikanischen Staaten in der Flüchtlingspolitik ausübt. Durch die Verfolgung von Flüchtlingen in Mexiko würden diese in den Untergrund gedrängt und kriminellen Banden ausgeliefert.

Mexiko hatte sich im Juni auf Druck der USA dazu verpflichtet, entschiedener gegen Migranten vorzugehen und sie an der Durchreise in die Vereinigten Staaten zu hindern. Zehntausende Migranten wurden in den vergangenen Monaten aufgegriffen. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. November 2019
Athen – Auf der griechischen Insel Samos teilen sich je 300 Migranten eine Toilette. Das ist nur eines der zahlreichen Beispiele, die Ärzte-ohne-Grenzen-Chef Christos Christou anführt, um von der EU
Ruf nach Evakuierung von Insel-Flüchtlingslagern in Griechenland
21. November 2019
Kampala – Die weltweit aktive Hilfsorganisation Marie Stopes hat in Uganda hunderttausende schadhafte Kondome zurückgerufen. Betroffen seien zwei Chargen von je etwa 400.000 Präservativen, sagte David
Hunderttausende schadhafte Kondome in Uganda zurückgerufen
20. November 2019
Berlin – Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ hat 30 weitere Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Die Besatzung habe das Boot der Migranten vor der Küste Libyens per Fernglas gesichtet und sei den Insassen
Rettungsschiff „Ocean Viking“ nimmt weitere Flüchtlinge auf
19. November 2019
Athen – Mehr als 1.350 Migranten sind in den vergangenen Tagen auf den griechischen Ägäis-Inseln angekommen. Die griechische Küstenwache rettete nach eigenen Angaben zwischen dem vergangenen Freitag
Mehr als Tausend Migranten erreichen griechische Inseln
11. November 2019
Abuja – Menschenrechtler prangern den Umgang mit psychisch kranken Menschen in Nigeria an. Tausende von ihnen würden missbraucht, gefoltert und in Ketten gefangen gehalten, heißt es in einer heute
Menschenrechtler beklagen Folter an psychisch Kranken in Nigeria
8. November 2019
Idlib – Das von den Malteser unterstützte und vom Partner „Hand in Hand“ betriebene Kafr-Nobl-Krankenhaus in Idlib ist vorgestern innerhalb von fünf Minuten von drei Luftangriffen getroffen worden.
Syrien: Krankenhaus in Idlib nach Bombardierung außer Betrieb
7. November 2019
Sanaa – Ein von Ärzte ohne Grenzen geführtes Krankenhaus in Mokka im Südwesten des Jemen ist gestern durch einen Luftangriff auf ein benachbartes Militärlager teilweise zerstört worden. Zum Zeitpunkt
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER