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Medizin

Zusammenhang von Profi-Fußball und neurodegenerativen Erkrankungen trotz Studie weiter unklar

Freitag, 1. November 2019

Kopfballduell beim Fußball /dpa
/dpa

Berlin – Auch nach einer kürzlich im The New England Journal publizierten Studie zu gesundheitlichen Folgen des Profifußballs (2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1908483) bleibt der Zusammenhang zwischen Sport und neurogenerativen Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer weiter unklar. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen.

In der retrospektiven Kohortenstudie waren 7.676 ehemalige Fußballprofis aus Schottland mit mehr als 23.000 Menschen aus der Allgemeinbevölkerung in Hinblick auf Alter, Geschlecht und sozialen Status beobachtet worden. Bei denen, die während der Studie verstarben, wurden die Todesursachen erhoben und ausgewertet.

Im Vergleich zur nicht-fußballspielenden Kontrollgruppe traten bei den Fußballern signifikant häufiger neurodegenrative Krankheiten auf. Am größten war die Differenz bei Morbus Alzheimer mit einer Hazard Ratio (HR) von 5,07; 95-%-Konfidenzintervall 2,92 bis 8.82). Bei Parkinson lag die HR hingegen am niedrigsten mit 2,15; 95-%-KI 1,17 bis 3,96). Die kardiovaskuläre Sterblichkeit war bei den Fußballern jedoch geringer (HR 0,80; 95-%-KI 0,66 bis 0,97).

„Es kann spekuliert werden, ob Kopfbälle und Schädel-Hirntraumen zu einem höheren Risiko an neurodegenerativen Erkrankungen führen können, das wurde in der Vergangen­heit immer wieder diskutiert“, erklärte Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN. Ähnliche Ergebnisse gebe es aus den USA (2019; DOI: 10.1001/jama.2017.8334).

Anhand neuropathologischer Befunde wurde hier eine „Chronische traumatische Enzephalopathie“ (CTE) infolge von wiederholten leichten Kopfverletzungen bei verschiedenen Sportarten wie Boxen, American Football, Australian Football, Rugby, Fußball und Eishockey beschrieben. „Interessant ist, dass bei der CTE eine Tauopathie gefunden wird wie bei neurodegenerativen Erkrankungen“, sagte Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.

Allerdings könne die jetzt für den Fußballsport vorliegende retrospektive Erhebung generell keine kausalen Beziehungen nachweisen. „Wir sollten mit der Interpretation dieser Daten vorsichtig sein“, so Berlit.

Die DGN fordert daher – wie auch die Studienautoren – die Fragestellung in prospektiven Studien zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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