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Bei der elektronischen Patientenakte drängt die Zeit

Freitag, 1. November 2019

/dpa
Berlin – Der Zeitplan zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) ist sehr eng. Darauf hat Thomas Kriedel den Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Interview mit KV-on hingewiesen.

Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten ab Anfang 2021 eine ePA anzubieten. Der Kabinettsentwurf für das Digitale Versorgung-Gesetz enthält die Verpflichtung für Ärzte und psychologische Psychotherapeuten, ab dem 1. Juli 2021 die notwendige Ausstattung vorzuhalten, um Daten in die ePA übertragen und auslesen zu können. Andernfalls droht eine Kürzung der Vergütung um ein Prozent.

Wichtig ist laut Kriedel, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, also KBV, Gematik und Industrie. So sei unter anderem ein Udate des eHealth-Konnektors notwendig, „damit der Arzt beispielsweise medizinische Daten mit Signatur an einen Kollegen oder in die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) verschicken kann“, sagte er. Mit diesem Update sei es dann auch möglich, die medizinischen Anwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan zu nutzen. Bisher kann der Konnektor lediglich die Versichertenstamm­daten abgleichen.

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Die Gematik werde die Technik für die ePA spezifizieren, damit die Krankenkassen auf dieser Basis ihren Versicherten eine Patientenakte zur Verfügung stellen könnten. Die KBV selbst habe die zentrale Aufgabe, die medizinischen Inhalte für die Patientenakte zu definieren, sagte Kriedel im Interview. „Wir nennen das MIOs: medizinische Informationsobjekte. Diese MIOs werden von uns entwickelt, dann in ein Kommentierungsverfahren gegeben, ins Benehmen gesetzt mit allen Beteiligten und dann als endgültiges Produkt an die Gematik geliefert.“

Für diesen Arbeitsablauf und die Zusammenarbeit mit den übrigen Beteiligten gebe es nun eine Verfahrensordnung. Kriedel zeigte sich zuversichtlich, „dass wir Anfang 2020 die ersten MIOs in die Kommentierungsphase geben können“.

„Es ist eine schwierige Aufgabe und wir haben uns zunächst einmal MIOs ausgesucht, die medizinisch schon weitgehend definiert sind“, sagte Kriedel. Als Beispiele nannte er den Impfpass, das Mutterschaftsheft und die Früherkennung. „Das ist alles schon mal medizi­nisch vorstrukturiert. Das sind unter dem Aspekt leichtere Objekte, allerdings sind sie teilweise sehr komplex inhaltlich. Aber wir gehen davon aus, dass wir umsetzen können, und wir werden uns danach erst an die schwierigeren Aufgaben begeben“, sagte er gegenüber KV-on.

Wichtig sei auch, dass die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme ihren technischen Beitrag leisteten, „damit die ePA auch in die Krankenhäuser und in die Praxen kommen kann“, so Kriedel.

Das seien schwierige Aufgaben, die Zeit bräuchten, gab er zu Bedenken. Deshalb bestünde „die Sorge, dass dieser Zeitplan sehr, sehr eng wird und nur mit Schwierigkeiten gehalten werden kann“, so das KBV-Vorstandsmitglied. © hil/aerzteblatt.de

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