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Medizin

Immunamnesie: Wie das Masernvirus das immunologische Gedächtnis ausschaltet

Montag, 4. November 2019

Masernvirus /Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Cambridge/Boston – Da das Masernvirus auch Abwehrzellen angreift, kommt es nach einer Infektion zu einer immunologischen Amnesie, deren Ursachen Forscher in 2 Studien in Science (2019; 366: 599-606) und in Science Immunology (2019; 4: eaay6125) auf den Grund gegangen sind.

Dass eine Maserninfektion das Immunsystem schwächen kann, ist bereits vor 100 Jahren dem österreichischen Pädiater Clemens von Pirquet aufgefallen. Bei einem 5-jährigen Tuberkulose-infizierten Mädchen kam es während der Masernerkrankung zu einer Abschwächung der Tuberkulin-Reaktion, die sich 8 Tage nach dem Abklingen des Exanthems wieder normalisierte.

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Heute weiß man, dass diese immunologische Amnesie länger anhält. In einer früheren Untersuchung ermittelte der US-Forscher Michael Mina, dass im Durchschnitt 28 Monate vergehen, bis das Immunsystem seine frühere Abwehrbereitschaft wieder erreicht hat – inzwischen geht man davon aus, dass die Immunsuppression bis zu 5 Jahre andauert. Während dieser Zeit sind die Kinder einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Mina schätzte in Science (2015; 348: 694-699), dass vor Einführung der Masernimpfung die Hälfte aller infektionsbedingten Todesfälle im Kindesalter auf die Immunamnesie nach Masern zurückzuführen war, an denen damals praktisch jedes Kind erkrankte. Die jährlichen Fluktuationen in den infektionsbedingten Todesfällen korrelierten mit den Masern­epidemien, die damals alle 3 bis 4 Jahre auftraten. Damals sterben weniger Kinder an Masern als wegen der anschließenden Immunamnesie an anderen Infektionserkrankungen.

Die vorübergehende Immunamnesie wurde bisher eher auf eine Schwächung der zellulären Immunabwehr zurückgeführt. Die neuen Untersuchungen von Mina, der inzwischen an der Harvard Medical School on Boston forscht, zeigen jedoch, dass in erster Linie die humorale Immunabwehr durch das Masernvirus paralysiert wird. Der Forscher konnte hierzu Blutproben von Angehörigen einer religiösen Gemeinschaft aus den Niederlanden untersuchen, die Impfungen ablehnt. Dort waren jüngst 77 Kinder an Masern erkrankt. Die etwa 10 Wochen später entnommenen Blutproben wurden mit dem „VirScan“ untersucht. Es handelt sich um eine sogenannte Bibliothek von Bakteriophagen, die auf ihrer Oberfläche Epitope von etwa 400 verschiedenen Viren und Bakterien tragen. Da die Epitope die Angriffspunkte von Antikörpern sind, lässt sich mit „VirScan“ die Abwehrbereitschaft des humoralen Immunsystems messen.

Ergebnis: Die Maserninfektion hatte bei den Kindern zum Verlust von 11 bis 73 Prozent des Antikörperrepertoires geführt. Dadurch war der Immunschutz gegen eine Reihe von Krankheitserregern abgeschwächt, vom Influenzavirus über das Herpesvirus bis hin zu Bakterien, die Lungenentzündung und Hautinfektionen verursachen. Die Masern hatten die Immunkompetenz unter Umständen um Jahre zurückgeworfen. Um den fehlenden Antikörperschutz wieder aufzubauen, mussten die Kinder erneut mit den Erregern exponiert werden, was jeweils mit erneuten Erkrankung verbunden sein kann.

Die Untersuchung einer Kontrollgruppe von 33 gleichaltrigen Kindern zeigte, dass eine Masernimpfung zu keiner Immunamnesie führt. Dies ist überraschend, da der Impfstoff nach wie vor aus abgeschwächten Lebendviren besteht, die wie der für die Masern verantwortliche „Wildtyp“ eigentlich in der Lage wären, die Immunzellen zu infizieren.

Die Ergebnisse der US-Forscher wurden von einem Team um Velislava Petrova vom Wellcome Sanger Institute in Cambridge bestätigt. Die britischen Forscher sequenzierten die Antikörpergene von 26 Kindern vor und 40 bis 50 Tage nach ihrer Maserninfektion. Sie stellten fest, dass bestimmte B-Zellen, die auf die Abwehr anderer Krankheiten spezialisiert waren und vor der Masernvirusinfektion vorhanden waren, aus dem Blut der Kinder verschwunden waren.

Dass die Immunamnesie die Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten erhöht, zeigte sich auch in Experimenten an Frettchen. Die Tiere wurden zunächst gegen Influenza geimpft und dann mit einem Masernvirus infiziert. Mit der Masernerkrankung ging der Immunschutz verloren und die Tiere erkrankten nach einer erneuten Exposition mit Influenzaviren an einer heftigen Grippe. In einer Kontrollgruppe, die zwischenzeitig nicht an Masern erkrankt war, blieb der Immunschutz gegen die Grippeviren dagegen erhalten.

Nach den Ergebnissen der Studie sind Kinder, die nicht gegen Masern geimpft werden, nicht nur gefährdet, im späteren Leben an Masern zu erkranken, wobei der Schweregrad der Erkrankung mit dem Alter der Kinder zunimmt. Die Betroffenen sind auch davon bedroht, die über viele Jahre aufgebaute Immunkompetenz zu verlieren. Die Immunamnesie zwingt sie möglicherweise, die zahlreichen Erkrankungen, die ein typisches Kennzeichen der frühen Kindheit sind, später zu wiederholen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 11. November 2019, 12:04

Pro und contra

Spannende Contra-Meinung:

SHOULD YOU BE AFRAID THAT MEASLES CAN GIVE YOU IMMUNE AMNESIA?
https://www.tetyanaobukhanych.com/blog/should-you-be-afraid-that-measles-gives-you-immune-amnesia
Avatar #769631
Naturfreund
am Mittwoch, 6. November 2019, 10:50

Masern, Impfen usw.

Ein schönes Ärzteblatt ist das... das fehlt, also Schädigungen durch Impfungen. Wer die Karten nicht offen auf den Tisch legt, der spielt falsch und verdient kein Vertrauen. Also liebe Ärzte, Experten und all Ihr schlauen Leute, seid einfach nur ehrlich und verschweigt nichts. Es glauben Euch sowieso viele Menschen nicht mehr. Das geht vor allem an den Verband der Kinder-und Jugendärzte, die Stiko und das PEI, von Spahn ganz zu schweigen samt seinem Ministerium. Wäre mal interessant zu erfahren, wer über Hausausweise in den Bundestag bzw. in das G.-Ministerium spazieren darf.

https://www.youtube.com/watch?v=opnjRRVzSWQ&list=PLHf1ftIUxqkPGbolVbnS7TjmTGy_pxxvY&index=2
Avatar #769631
Naturfreund
am Mittwoch, 6. November 2019, 10:44

Studien über Studien

Wer hat sie bezahlt, wer profitiert davon, wem nützt es?

Hier sprechen sich jede Menge Leute dagegen aus, die sich trauen.
Ob Milchwirt oder nicht, egal. Zur zeit ist mir der Milchwirt lieber als Lobbyvereine auch in der Ärzteschaft:

https://www.youtube.com/watch?v=VPq_sOjbA80&list=PLHf1ftIUxqkPGbolVbnS7TjmTGy_pxxvY&index=5
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 5. November 2019, 19:17

Sind Antikörper Hinweis auf Immunität oder nur Entzündung?

Die Studie wirft mehr Fragen auf, als dass sie irgendwelche beantwortet. Sind Antikörper also doch Anzeichen eines humoralen Entzündungsprozesses? Demnach wären Antikörper nach Impfung kein Hinweis auf den Immunschutz sondern auf Entzündung (auch der autoimmunen Art). Wenn 11 bis 73% des Antikörperrepertoires nach den durchgemachten Masern verschwinden, muss das nicht negativ sondern ist ein Beweis dafür sein, dass der Körper sie offenbar nicht benötigt.
Die Ertüchtigung des Immunsystems durch die Masern ist erwiesen und kann auch nicht durch diese Studie entkräftet werden. Der Eindruck bleibt wie ein schlechter Geschmack zurück, dass man viel testen, messen und Daten sammeln kann; an der Deutung der Ergebnisse hapert es weiterhin.
Avatar #771555
Rosenkohl
am Dienstag, 5. November 2019, 17:15

Ob sich Zweifel durchsetzen können?

Die in diesem Artikel des Ärzteblattes noch einmal im Vergleich zur Agenturberichterstattung ausführlicher referierte statistische Methode der Arbeit von Mina et al. 2015 erschien mir auch etwas schwer durchschaubar. Das soll nicht bedeuten daß das beschriebene Phänomen nicht exisitieren würde, sondern daß es womöglich nicht hinreichend belegt ist. Unklar bleibt mir z.B. auch, in welchem Maße im gleichen Zeitraum ca. 1950-1990 erfolgte Einführungen neuer Antibiotika zur beobachteten Abnahme von bakteriellen Infektionen mit beigetragen haben. Zu bedenken ist wohl auch, daß die nach einer Masernerkrankung beobachtete eingeschränkte Ausreifung von B-Zellen zur Verminderung von Autoimmunreaktionen beiträgt, also gerade eine erneute Maserninfektion fast sicher verhindert, aber auch andere Autoimmunerkrankungen, z.B. Psoriasis positiv beeinflußen könnte. Ob eine solche eingeschränkte Immunabwehr für ein Individuum von Nachteil oder Vorteil ist hängt halt stark von der Situation ab; während einer starken Masernepidemie überwiegen wohl die Vorteile. Nicht auszuschließen wäre m.E., daß z.B. bei einer Masernwelle 2-3 Jahre später das Immunsystem eines bereits zuvor Erkrankten in diesen Zustand eingeschränkter Immunität zurückfällt.

Der Kommentar von Thakkar und McCarthy ist interessant. Mein Eindruck ist, daß sich in der Öffentlichkeit eine Euphorie dahingehend gebildet hat, die Masernimpfung sei noch um eine Größenordnung wohltätiger als bisher angenommen, und daher solche zweifelnden oder kritischen Stimmen eher untergehen werden. Es steht halt auch ein großes wirtschaftliches Interesse hinter den Masernimfpungen. Die zitierte Bezeichung "an extremely cost-effective health intervention" trifft halt für Hochpreisländer mit bereits bestehender Herdenimmunität wie Deutschland nicht zu, wo Impfstoffhersteller wie GSK tatsächlich an einer Steigerung der Impfungen mit MMR bzw. MMRV gut verdienen können.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 5. November 2019, 16:25

Die übliche Beteuerung am Anfang oder am Ende

Irgendwo in jedem Text mit dem Anflug einer Kritik an Impfungen muss die Bekenntnis zu Vakzinen möglichst gleich am Anfang oder wie hier am Ende folgen. Sonst könnten die Forschungsgelder versiegen. Mina massiert seine Statistik zur Zufriedenheit des "Value of Vaccine Research Network" und der Gates Foundation; das Ergebnis ist weit von der Realität entfernt; damit haben manche Spezis hier kein Problem.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 5. November 2019, 15:20

"Pro-Natur" - die Kunst besteht im Weglassen"

Der Schlussabsatz von Comment on “Long-term measles-induced immunomodulation increases overall childhood infectious disease mortality” von Niket Thakkar und Kevin A. McCarthy, Science 12 Jul 2019: Vol. 365, Issue 6449, eaax5552
DOI: 10.1126/science.aax5552
lautet komplett: "Our work indicates that the results obtained by Mina et al. should be interpreted carefully. Although they performed some sensitivity tests, none of them probe the relationship between the inferred immunomodulation duration and the incidence periodicity, and they instead show that d* vanishes if M(t) is aperiodic (as is the case for pertussis in the UK). Moreover, our analysis of data from Iceland shows that measles importation does not significantly affect child mortality in a developed-world context. This indicates that although measles vaccine remains an extremely cost-effective health intervention, more work is needed to explain its protective effects against non-measles diseases." (Zitat Ende)

Entweder können Sie kein Englisch oder Sie haben den letzten entscheidenden Satz bewusst weggelassen, weil er weitere Forschungsarbeit zu diesem wichtigen Thema der insgesamt positiven und kosteneffektiven Masernimpfung einfordert.

Ansonsten danke ich "Staphylokokkus rex" für seine stimmigen Ausführungen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 5. November 2019, 14:10

@Staphylococcus rex u.ä.

Hier ein Kommentar zu Minas "Long-term measles-induced immunomodulation increases overall childhood infectious disease mortality": https://science.sciencemag.org/content/365/6449/eaax5552

"Our work indicates that the results obtained by Mina et al. should be interpreted carefully. Although they performed some sensitivity tests, none of them probe the relationship between the inferred immunomodulation duration and the incidence periodicity, and they instead show that d* vanishes if M(t) is aperiodic (as is the case for pertussis in the UK). Moreover, our analysis of data from Iceland shows that measles importation does not significantly affect child mortality in a developed-world context."
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 4. November 2019, 23:07

Die Grundvoraussetzungen für eine Sachdiskussion

sind erstens die Fähigkeit zum verstehenden Lesen, zweitens ein sorgfältiger Umgang mit den Quellen und drittens die Fähigkeit die Einzelbausteine logisch wieder zusammensetzen zu können. Ich möchte jetzt keine Namen nennen, aber einige Personen führen diese Diskussion auf einem Niveau, dass sich selbst die Bild-Zeitung dafür schämen würde.

Besonders nervig ist die Unart, anstelle eines eigenen geistigen Beitrags irgendwelche youtube-Videos anzubieten. Um es kurz zu sagen, derartige Videos sind in einer Sachdiskussion ebenso hilfreich wie Fernsehpredigten, sie sind eine Offenbarung für die Gläubigen und eine Zumutung für die Skeptiker. Sie das perfekte Mittel für eine Polarisierung der Zuschauer und sind letztendlich der definitive Sargnagel für jede Sachdiskussion.

Derartige Videos können Emotionen transportieren, tun dies aber auf Kosten der Detailinformation. Und sie zwingen den Zuschauer in die Rolle des passiven Zuhörers, anstatt z.B. aktiv bei den Ergebnissen oder im Methodenteil nach den wirklich interessanten Details zu schauen. Ich schaue mir im Regelfall die Argumente der Gegenseite an, aber bei youtube-Videos ist es mir einfach nur schade um die verlorene Zeit und um die verlorene Bandbreite. Wer einen eigenen Intellekt besitzt, ist auf derartige Hilfsmittel nicht angewiesen.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Montag, 4. November 2019, 21:19

Fake News - pfui!

Wer sich informieren möchte:
1) http://www.tetyanaobukhanych.com/blog/should-you-be-afraid-that-measles-gives-you-immune-amnesia?fbclid=IwAR04R4OT1P-qxjEIsd5R3YF-OCp63ApNJ6u9nDAG4k-RNYkmFMJ5QAaX_d8
2) https://www.youtube.com/watch?v=7UbKE2q9HTs&feature=youtu.be&fbclid=IwAR2jQWneeQr12XVHb2uYrUTmK_67GsEwtWD4CU5KvQ-be6AVWKCfyjdiIO4
Avatar #9326
Tobias Heinemann
am Montag, 4. November 2019, 20:00

Alles gut - bis auf die Tagespolitik

Ich möchte mich weder mit den Grünen noch mit der Linken noch mit der AFD, CDU u.s.w. innerhalb - eigentlich wissenschaftlich orientierten Artikelkommentaren - beschäftigen. Man kann dabei nur verlieren. Beschäftigen wir uns lieber mit etwas was man messen kann um Menschen zu helfen.
Mit freundlichen kollegialen und komplett unpolitischen Grüßen,
Tobias Heinemann
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 4. November 2019, 18:37

Verherrlichung von Masern-Wildvirus-Infektionen obsolet!

Die Studie "Incomplete genetic reconstitution of B cell pools contributes to prolonged immunosuppression after measles" von
Velislava N. Petrova et al.
Science Immunology 01 Nov 2019: Vol. 4, Issue 41, eaay6125
DOI: 10.1126/sciimmunol.aay6125
habe ich natürlich genau gelesen.

Measles virus infection diminishes preexisting antibodies that offer protection from other pathogens" von Michael J. Mina et al. ist da wesentlich konkreter.
Science 01 Nov 2019: Vol. 366, Issue 6465, pp. 599-606
DOI: 10.1126/science.aay6485

Quintessenz dieser und anderer Studien ist, dass eine Verherrlichung von durchgemachten Masern-Wildvirus-Infektionen obsolet ist.

Dass die Masern eine Art von „immunologischer Amnesie“ hervorrufen könnten, wurde erstmals 1968 (Pediat Res 1968; 2: 7) "Immunologic Amnesia - Study of an 11-Year-Old Girl with Recurrent Severe Infections Associated with Dysgammaglobulinemia, Lymphopenia and Lymphocytotoxic Antibody, Resulting in Loss of Immunologic Memory" von R. KRETSCHMER, G.A.JANEWAY and F.S.ROSEN, Immunology Division, Department of Medicine, Children's Hospital Medical Center,
and Department of Pediatrics, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA publiziert.

Damals begann ich mein Medizin-, Biologie- und Psychologie-Studium in Bonn. Aber bereits mein Berliner Hausarzt Dr. Bracht kannte das Phänomen der erhöhten Infektanfälligkeit nach Masern zu meiner Kinderzeit in Berlin-Tempelhof in den 1950er und 60er Jahren.

Deshalb bleibt die agitatorische Kraft speziell g e g e n die Masern-Impfung vollkommen unverständlich. Hier "reift" keine Immunität, hier werden körperliche und seelisch-geistige Entwicklungsprozesse nicht gefördert, sondern gefährdet.

Es sei denn, man geht bei allen Menschen von reinem Sozialdarwinismus und immunologischer Überlegenheit einer bestimmten menschlichen Spezies aus.

Da landen aber dogmatische Naturheilkundler, Antroposophen, Grüne, bestimmte, hier nicht näher genannte DÄ-Kommentatoren ohne Heilberufserlaubnis und manche AfDler in einer ganz merkwürdigen Ecke.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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