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Erster Prozess im Bandscheiben-Skandal gegen Chirurg beginnt

Montag, 4. November 2019

Haupteingang des Landgerichts Aurich /picture alliance, Ingo Wagner

Aurich – Nach einem Skandal um defekte Bandscheibenprothesen muss sich ein 55 Jahre alter Mediziner aus Ostfriesland vor Gericht verantworten. Der fristlos entlassene Leiter der Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Leer ist in 74 Fällen angeklagt. Dabei geht es um Vorteilsannahme und Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall. Der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Aurich beginnt morgen. Danach sind noch sechs Verhandlungstermine bis Ende Januar vorgesehen. Einer weiteren Angeklagten wird in 15 Fällen Bestechung in besonders schwerem Fall vorgeworfen.

Ein weiterer Prozess gegen den Arzt wegen Körperverletzung in 59 Fällen steht noch aus, er soll voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen. Denn viele der von ihm eingesetzten Implantate hatten sich als schadhaft erwiesen und waren später im Körper der Patienten verrutscht oder zerbröselt. An den Folgen hatten zahlreiche Patienten gelitten, sie mussten erneut operiert werden.

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Das Verfahren vor der Wirtschaftsstrafkammer stützt sich auf zwei Anklagen der Zentral­stelle für Korruptionsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Danach sollen der Facharzt für Neurochirurgie und ein Unternehmen für Medizinprodukte ein Implantat für die Wirbelsäulenchirurgie entwickelt haben. Der Arzt setzte Patienten die Implantate bei Operationen am Klinikum Leer ein. Dafür wurde er laut Staatsanwaltschaft prozentual an Umsätzen beteiligt und kassierte mehr als 14.000 Euro.

Die zweite Anklage richtet sich gegen den Arzt und eine frühere Geschäftsführerin einer Vertriebsgesellschaft aus Oberursel (Hessen).

Beide vereinbarten für Umsätze des Unternehmens durch den Verkauf von Medizinproduk­ten eine Provision für den Arzt. Dieser soll dadurch von 2011 bis 2016 mehr als 128.000 Euro bekommen haben. © dpa/aerzteblatt.de

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