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Weniger Verletzte mit E-Tretrollern in Bayern als befürchtet

Montag, 4. November 2019

picture alliance / Westend61

München – Seit Elektrotretroller auf deutschen Straßen fahren dürfen, werden immer wieder verletzte Fahrer nach Stürzen in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Patienten hat sich aber seit Einführung der E-Scooter Mitte Juni in Grenzen gehalten, wie eine Umfrage bei Krankenhäusern in München und Nürnberg ergab. In der Landeshauptstadt waren die Ärzte des Universitätsklinikums vor allem während des Oktoberfests mit teils schweren Verletzungen beschäftigt.

„Ich war überzeugt, dass deutlich mehr Fälle auf uns zukommen“, sagte Stephan Gass, Leitender Arzt für Unfallchirurgie und Orthopädie im städtischen Klinikum Schwabing in München. In seinem Krankenhaus wurden in acht Wochen 15 Menschen behandelt, die sich bei einem Unfall auf E-Scootern verletzt hatten. „Die Verletzten waren überwiegend junge Menschen zwischen 18 und 40 Jahren.“ Die meisten verletzten sich an Armen und Beinen oder schürften sich auf. „Wir hatten keine einzige schwere Verletzung zu behandeln“, sagte Gass.

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Etwas andere Erfahrungen machten seine Arzt-Kollegen von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). „Seit 1. Juli 2019 haben wir im Klinikum Innenstadt eine Vielzahl an Patienten nach E-Scooter Unfällen behandelt“, hieß es aus der Notaufnahme im Zentrum der Landeshauptstadt. In der ersten Woche der Wiesn habe es nochmals eine Häufung von Patienten gegeben, diese seien vor allem zum Teil stark alkoholisiert gewesen. „Gegen Ende der ersten Woche war der Durchgriff der Polizei deutlich zu spüren.“ Einige der Patienten hatten sich unter anderem den Ellenbogen, Unterarm oder Unterschenkel gebrochen. Deutlich mehr als 20 Patienten hätten die Ärzte gezählt.

Das Klinikum Nürnberg sprach von wenigen Einzelfällen. „Konkrete Fälle mit schweren Verletzungen infolge von E-Scooter-Unfällen sind den Ärzten aus der Notaufnahme nicht erinnerlich“, teilte ein Sprecher mit. Der Münchner Notfallmediziner Christoph Dodt nannte eine Helmpflicht „völlig illusorisch“. Die Tretroller seien für die letzte Meile gedacht und oft ungeplant spontan genutzt, da habe kein Fahrer einen Helm dabei. © dpa/aerzteblatt.de

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