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Forderung nach mehr Zugang für Blinde zu Wissenschafts­literatur

Montag, 4. November 2019

/petrushin1984, stock.adobe.com

Leipzig – Der Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB), Thomas Kahlisch, hat einen besseren Zugang für Blinde zu wissenschaftlicher Literatur gefordert. „Da sind noch dicke Bretter zu bohren“, sagte Kahlisch heute in Leipzig. Technologisch gebe es schon sehr interessante Ansätze, mit den Verlagen gemeinsam, um von vornherein wissenschaftliche Literatur barrierefrei zugänglich zu machen. Dies ist etwa über besondere digitale E-Book-Formate möglich, die automatisch vorgelesen werden können.

„Da sehen wir schon ein großes und spannendes Arbeitsfeld für die kommenden Jahre, das vom schulischen bis hin zum universitären Bereich reicht“, so Kahlisch. Die DZB berate schon seit langem ihre Leser, wie sie Zugang zu wissenschaftlichen Fachtexten bekommen können, etwa um Studienabschlüsse und Promotionen machen zu können.

Durch neue digitale Möglichkeiten erweitere sich auch der Nutzerkreis, so Kahlisch: „Es kommen zum einen Menschen hinzu, die aufgrund hoher körperlicher Einschränkungen ein Buch nicht aufschlagen oder blättern können. Die werden beispielsweise unsere noch zu realisierenden E-Books-Angebote nutzen, die per Sprachkommando weitergeblättert werden.“ Auch für Menschen mit Legasthenie seien die neuen Angebote von Nutzen. „Der Text eines E-Books wird synchron am Bildschirm angezeigt und vorgelesen, was für diese Personengruppe eine enorme Erleichterung darstellt, so zeigen es die Erfahrungen im Ausland.“

Die DZB feiert am 12. November ihr 125-jähriges Bestehen und firmiert ab dann unter dem neuen Namen „Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)“. Gegründet wurde die Bibliothek 1894 von Leipziger Verleger-Gattinnen, um blinde Menschen mit Literatur zu versorgen und ihnen Arbeit zu verschaffen. Neben Büchern und Zeitschriften hat man von Anfang an auch Musiknoten für Blinde aufbereitet. In Deutschland leben rund 1,2 Millionen sehbehinderte und blinde Menschen. © kna/aerzteblatt.de

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