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Sportmediziner fordern mehr Verletzungs­prävention in Vereinen und im Schulsport

Montag, 4. November 2019

/Janni, stockadobecom

Jena – Aktuelle Präventionsprogramme gegen Sportverletzungen sollten in Deutschland in Vereinen und im Sportunterricht konsequenter umgesetzt werden. Das fordert die Gesell­schaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin (GOTS). Laut der Fachgesellschaft ereignen sich jedes Jahr in Deutschland rund zwei Millionen Sportverletzungen, davon allein 421.600 Sportunfälle an Kitas und Schulen. „Allzu häufig müssen wir als behandelnde Kliniker uns mit einer therapeutischen Negativspirale nach einer potentiell vermeidbaren Sportverletzung auseinandersetzen“, sagte der Präsident der GOTS, Romain Seil. „Unser medizinisches Wissen ist heute jedoch so exzellent, dass wir Programme entwickeln, um als Sportmediziner präventiv arbeiten zu können. Die Programme breitflächig entsprechend umzusetzen, ist jedoch Sache der Politik“, betonte der Experte.

Laut der Fachgesellschaft passieren die meisten Unfälle im Ballsport, allen voran Fußball und Handball, gefolgt vom Wintersport, Turnen, Laufen, dem Radsport und Wandern. Am häufigsten seien dabei Verletzungen des Bewegungsapparats: Muskelzerrungen, Muskel­faserrisse, Kreuzband- und Meniskus-Risse, Bänder-, Sehnen- und Knorpelverletzungen, Knochenbrüche, Prellungen, Verstauchungen, Verrenkungen und Quetschungen.

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„Eine Aufwärmphase und angelegte Bandagen reichen nicht aus. Richtige Prävention muss auf den entsprechenden Sport, den Trainingszustand des Athleten und die beanspruchten Körperregionen zugeschnitten sein. Sie muss nach einem Plan, in bestimmten Zeiteinheiten stattfinden und zwar immer vor dem eigentlichen Training“, so Seil. Prävention werde aber bislang im Leistungs- und im Breitensport gleichermaßen „absolut vernachlässigt“, kritisierte er.

Die GOTS fordert nun eine systematische Erfassung und Quantifizierung der Sportverlet­zungen und Sportschäden im organisierten Sport. Die Prävention sollte zudem konsequent in das Training eingebaut werden. Wichtig sei außerdem, die Präventionsforschung auszubauen. Dazu gehöre die Erarbeitung und Validierung von Präventionsprogrammen, die sogenannte Implementierungsforschung, und das weitere Erarbeiten von Methoden für individualisierte Prävention. „Beim Einsatz neuer Technologien wie Sensoren und Wearables sind das Erarbeiten von sinnvollen Meßparametern, die Validierung und Interpretation, Qualitätssicherung und die Beachtung ethischer Aspekte zu fordern“, so Seil.

Die GOTS mit Sitz in Jena ist nach eigenen Angaben Europas größter Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. © hil/aerzteblatt.de

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