NewsVermischtesEinzelzellanalysen in Medizin und Forschung: Interdisziplinäre Zusammenarbeit unverzichtbar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Einzelzellanalysen in Medizin und Forschung: Interdisziplinäre Zusammenarbeit unverzichtbar

Montag, 4. November 2019

/dpa

Berlin – Die neuen Möglichkeiten der Einzelzellanalyse – auch „Einzelzell-Omics“ genannt – bieten für die Forschung und die Medizin große neue Möglichkeiten. Verschiedene Disziplinen und Ebenen – Grundlagenforschung, klinische Forschung, Patientenversorgung – müssen eng zusammenarbeiten, um das Potential des Verfahrens effektiv zu nutzen. Darauf weist die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Gentechnologiebericht“ der Berlin-Brandenbur­gischen Akademie der Wissenschaften in einem neuen Reader hin.

„Die neuen Möglichkeiten, Programme aller Zellen eines gesamten Organismus zu erfassen, revolutionieren derzeit die biologische Grundlagenforschung und eröffnen weitreichende Perspektiven für eine moderne personenorientierte und digitalisierte Medizin“ heißt es in der Einleitung.

Anzeige

In Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Einzelzelltechnologien und daraus hervorgehenden Einzelzelldaten betonen die Autoren die Bedeutung des Forschungs­gebietes und die Notwendigkeit von wissenschaftlichen Standards für die kommende breite klinische Anwendung.

„Bei Einzelzellanalysen handelt es sich um eine Vielzahl von Analysemethoden, denen gemeinsam ist, dass sie nicht wie bisher nur an Zellverbänden, Gruppen von Zellen, Geweben und Organen, sondern auch an einzelnen Zellen durchgeführt werden“, erläutern die Autoren. Die zelluläre Heterogenität innerhalb von Geweben sei immer ein großes Hindernis im Verständnis und in der Behandlung von Krankheiten gewesen. „Frühere Genomikansätze waren auf Massenanalysen beschränkt, die nur gemittelte Ergebnisse über alle Probezellen lieferten. Die Untersuchung der zellulären Heterogenität in der Einze­lzellauflösung ist erst seit einigen Jahren möglich, und kommt heute weltweit zum Einsatz, um die Grundmechanismen und somit auch die Pathogenese solcher Erkrankungen zu begreifen“, so die Autoren.

Besonders wichtig sei künftig die enge Zusammenarbeit von Klinikärzten, Biologen, Bioinformatikern, IT-Spezialisten, aber auch Entwicklern medizinischer Geräte und Ingenieuren in diesem Feld. „Die wahrscheinlich wichtigste Anforderung ist die Entwicklung von geeigneten Forschungsstrukturen, die alle genannten und für die Einzelzell-Omics relevanten unterschiedlichen Fachkompetenzen miteinander verbinden können, zum Beispiel in internationalen Netzwerken“, heißt es in dem Reader. Für die klinische Entwicklung der Einzelzell-Omics sei es von entscheidender Bedeutung, „dass diese Sektoren für eine nahtlose Zusammenarbeit effizient miteinander verbunden werden können“, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. November 2019
Erlangen – Krebserkrankte sollen in Bayern künftig schneller Zugang zu neuen Diagnose- und Therapieverfahren bekommen und an klinischen Studien teilnehmen können. Dazu richtet die Staatsregierung am
Unikliniken gründen bayerisches Krebsforschungszentrum
8. November 2019
Berlin – Forschende Unternehmen haben ab nächstem Jahr in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Förderung von bis zu 500.000 Euro pro Jahr. Das hat der Deutsche Bundestag gestern mit dem
Rechtsanspruch für Forschungsförderung kommt
17. Oktober 2019
Bonn – Verbesserungen bei der Überführung grundlagenwissenschaftlicher Forschungsergebnisse in neue Verfahren zur Anwendung am Menschen fordert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). „In der
Wie sich translationale Forschung stärken lässt
10. Oktober 2019
München – Bayern will für eine große Forschungs- und Hightech-Offensive in den kommenden Jahren zwei Milliarden Euro ausgeben. Das ist doppelt so viel wie noch vor wenigen Wochen geplant und
Milliardenausgaben für Forschungsoffensive in Bayern angekündigt
26. September 2019
Berlin – Die Grundlagenforschung in Deutschland braucht mehr Wertschätzung, eine wirksame und längerfristige Finanzierung und die strukturelle Absicherung der dort Beschäftigten. Das fordern die im
Grundlagenforschung braucht besondere Förderung
23. September 2019
Rotterdam/Teheran – Die von den USA gegen den Iran verhängten politischen Sanktionen schränken den weltweiten wissenschaftlichen Fortschritt ein. Das behauptet ein Team von Wissenschaftlern aus den
US-Sanktionen gegen den Iran treffen auch die Forschung
18. September 2019
Düsseldorf – Kohlenstoff-Nanopartikel werden nach der Aufnahme in die Zelle in sogenannten Lysosomen gespeichert und verändern die Genexpression nicht nennenswert – zumindest nicht in den den ersten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER