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Vermischtes

Augmented-Rea­lity-Brille hilft bei der Pflege chronisch Kranker

Mittwoch, 6. November 2019

Im vom BMBF-geförderten Verbundprojekt Pflegebrille untersuchen Wissenschaftler, wie sich die Zusammenarbeit von Pflegenden durch den Einsatz von Augmented-Reality-Technologie verbessern lässt. /T. Graf

Hamburg – Unterstützung bei der Versorgung chronischer Wunden sollen Pflegende künf­tig über eine Datenbrille mit Augmented-Reality-Technologie erhalten. Daran arbei­ten Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt namens „Pflegebrille – Pflege mit Durchblick“. Laut den Partnern ist die erste Projektphase gerade abgeschlossen.

Bei der Augmented-Reality-Technologie ist die unmittelbare reale Umgebung sichtbar, es werden jedoch virtuelle Objekte eingeblendet. Zentraler Gedanke des Pflegebrillen-Pro­jektes ist, Pflegenden aus der Ferne mit Expertenwissen zu helfen, also zum Beispiel pfle­gende Angehörige mit einem Pflegeexperten zu vernetzen, der aber nicht vor Ort ist.

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Dazu soll die Brille Informationen direkt in das Sichtfeld der Pflegenden einblenden und es erlauben, online mit Fachleuten zu kommunizieren, gleichzeitig aber beide Hände für die Pflegetätigkeit frei zu haben.

„Wir haben verschiedene Szenarien erprobt, in denen die Pflegebrille die Zusammenar­beit von professionell und informell Pflegenden verbessern kann“, sagte Heinrich Recken von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH), die ein Partner im Verbundprojekt ist. Grund­sätzlich sei vorgesehen, die Brille in der Wohnung der Patienten zu platzieren, wo sie dann allen an der Pflege Beteiligten hilfreiche Informationen liefern könne.

Das Potential der vernetzten Digitalbrille zeige sich zum Beispiel beim Wundmanage­ment: Während der Wundversorgung könne der Pflegende eine Live-Übertragung starten und die eigene Sicht über die eingebaute Kamera auf den Bildschirm eines entfernt sit­zen­den Wundexperten übertragen. So könne dieser nicht nur die Handgriffe des Pflegen­den verfolgen, sondern auch direkt Anleitungen und Hinweise geben.

Die Forscher haben darüber hinaus weitere Einsatzmöglichkeiten getestet: Die Brille hat sich laut den Partnern auch im Schmerzmanagement und beim endotrachealen Absaugen bewährt.

Projektträger des Vorhabens ist die VDI Technologiezentrum GmbH. Partner sind neben der Hamburger Fern-Hochschule die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität (TU) Clausthal, die iTiZZiMo Simplifier AG, die Christopherus Intensivpflegedienste und das Zentrum für Telemedizin. Im Folgeprojekt „Pflegebrille 2.0“ soll das Instrument unter Koordination der zur Marktreife gebracht werden. © hil/aerzteblatt.de

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