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Apotheker befürworten Zulassungspflicht für Nahrungs­ergänzungsmittel

Dienstag, 5. November 2019

/inventart, adobe.stock.com

Berlin – Ein Großteil der Apotheker und Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) befürworten eine staatliche Zulassungspflicht mit einer behördlichen Sicherheitsprüfung für Nahrungsergänzungsmittel. Das zeigt eine Umfrage des auf den Apothekenmarkt spe­zialisierten Marktforschungsunternehmen Aposcope. 91 Prozent der 502 befragten Apo­theker und PTA stimmten darin dem Wunsch nach einer Zulassungspflicht zu.

Laut einer vom Lebensmittelverband Deutschland in Auftrag gegebenen Erhebung haben die Deutschen 2018 225 Millionen Packungen Nahrungsergänzungs­mittel gekauft. Der Umsatz mit den Präparaten ist danach von 1,31 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 1,44 Milliarden Euro im Jahr 2018 gestiegen.

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Für die von Aposcope befragten Apotheker und PTA wären zudem rechtsverbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln denkbar. Denn bisher habe der Gesetzgeber kaum Handlungsspielraum, um bestimmte Mittel zu kennzeichnen oder vom Markt zu nehmen. Von den teilnehmenden PTA befürworten 91 Prozent rechtsverbindliche Höchstmengen, während es bei den Apothekern 86 Prozent sind.

Grundsätzlich spielen die Nahrungsergänzungsmittel in der Apotheke eine wichtige Rolle: 76 Prozent der Befragten der Aposcope-Studie messen dem Geschäft eine eher hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Zudem werde das Geschäft immer wichtiger, geben 73 Prozent der Umfrageteilnehmer an. Ein Großteil der Apotheker und PTA (81 Prozent) betrachtet die Mittel als sinnvolle Ergänzung zur allgemeinen Ernährung.

Medizinische Fachgesellschaften sehen diesen allgemeinen Trend zu Nahrungser­gän­zungs­­mitteln kritisch: „Hochrangig publizierte Studien legen nahe: Nahrungsergän­zungs­mittel sind ohne Nutzen für die Primärpräven­tion, also die Gesunderhaltung und Vorbeu­gung von Krankheiten“, warnten die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdau­ungs- und Stoffwechsel­krankheiten (DGVS) und die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).

Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente sollten nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen wer­den, empfehlen die Fachgesellschaften. © hil/aerzteblatt.de

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