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Ärzteschaft

Ärztekammer mahnt erhöhte Fälschungssicherheit von Approbationsurkunden an

Dienstag, 5. November 2019

/kritchanut, stock.adobe.com

Wiesbaden – Die Fälschungssicherheit von Approbationsurkunden sollte erhöht werden. Dafür hat sich der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski, heute aus­gesprochen. „Jeder falsche Arzt ist eine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit und das Leben von Patienten“, sagte Pinkowski. Daher müssten die Voraussetzungen geschaffen wer­den, dass Dokumente wie die ärztliche Approbationsurkunde weitgehend fälschungssicher seien.

Er betonte, dass dafür allerdings nicht die Landesärztekammern zuständig seien, sondern die Approbationsbehörden als verantwortliche Stellen der Länder. „Die Approbationsur­kun­de ist kein Dokument der Ärztekammer, sondern wird von der Approbationsbehörde ausge­stellt“, so Pinkowski. Er rief die Bundesländer auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Approbati­onsurkunden weitgehend fälschungssicher zu machen.

Die Forderung der Deutschen Stiftung Patientenschutz, ein Zentralregister für Approba­tio­nen bei der Bundesärztekammer einzurichten, hält der Präsident der Landesärzte­kammer Hessen nicht für zielführend. „Wir leben in einem föderalen und nicht in einem zentralisti­schen System. Wenn die Ur­kun­den fälschungssicher sind, ist ein zentrales Register über­flüssig.“

Die von der Landes­ärztekammer Hessen ausgestellten, mit einem 2d-Barcode versehenen Facharzturkunden weisen Pinkowski zufolge eine hohe Fälschungssicherheit auf und könn­ten als Beispiel für andere Dokumente dienen.

Hintergrund ist ein der Fall einer 48-jährigen Frau, die von 2015 bis 2018 in der Klinik Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) als Assistenzärztin in der Anästhesie gearbei­tet hat. Vier Patienten sollen durch ihre Behandlung gestorben sein, in acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein.

Ob es weitere Opfer gibt, prüfen die Behörden noch. Staatsanwaltschaft und Polizei er­mitteln unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags, gefährlicher Körperverlet­zung, Urkundenfälschung, Betrugs und des Missbrauchs von Titeln. Die Verdächtige sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. © may/dpa/aerzteblatt.de

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