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Berliner Unternehmen stellen zu wenig Behinderte ein

Mittwoch, 6. November 2019

/nullplus, stock.adobe.com

Berlin – In Berlin kommt nur ein Drittel der öffentlichen und privaten Unternehmen der Verpflichtung nach, mindestens fünf Prozent der Stellen an schwerbehinderte Menschen zu vergeben. Die übrigen kaufen sich aus dieser gesetzlichen Pflicht mit einer Ausgleichs­abgabe ganz oder teilweise frei. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Thomas Seerig hervor.

Demnach galt 2017 – neuere Daten liegen nicht vor – für 6.794 Berliner Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten die Pflichtquote. 2.254 Firmen erfüllten sie, das sind 33,2 Prozent. Die Tendenz ist seit Jahren leicht rückläufig. Die übrigen Unternehmen beschäf­tig­ten weniger als fünf Prozent Schwerbehinderte oder gar keine. Sie entrichteten dafür Ausgleichsabgaben, die zwischen 2014 und 2018 laut Sozialverwaltung um 41 Prozent auf rund 38,2 Millionen Euro im Jahr stiegen. Im Jahr 2017 waren es etwa 34,9 Millionen Euro.

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Insgesamt mussten die Unternehmen 2017 den Angaben zufolge 57.683 Stellen an Schwer­­behinderte vergeben. Von diesen Pflichtarbeitsplätzen waren im Jahresdurch­schnitt 14.142 unbesetzt.

Seering nannte die Zahlen „erschreckend“. „Der Senat hat offensichtlich kein Konzept, wie dieser Exklusion auf dem Arbeitsmarkt begegnet werden kann“, sagte der FDP-Abgeord­ne­te. „Da fast 60 Prozent der Betriebe mit Ausgleichszahlung Mitarbeiter mit Behinde­rung beschäftigen - aber eben nicht genug - liegt es nicht an einer grundsätzlichen Ablehnung, sondern an fehlender Unterstützung“, meinte er. © dpa/aerzteblatt.de

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