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Ärzteschaft

Tarifverhandlungen für rund 20.000 Ärzte an Unikliniken gestartet

Mittwoch, 6. November 2019

/Jacob Lund, stock.adobe.com

Hannover – Die Tarifverhandlungen für rund 20.000 Ärzte an landeseigenen Universitäts­kliniken haben heute begonnen. Der Marburger Bund (MB) geht unter anderem mit dem Ziel von sechs Prozent mehr Gehalt in die Gespräche.

Weitere zentrale Forderungen in den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Län­der (TdL) sind mehr freie Wochenenden, eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste und vor allem eine automatisierte Erfassung der Arbeitszeit.

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Wie schon in der zurückliegenden Tarifrunde mit den kommunalen Arbeitgebern will der Marburger Bund auch in den Verhandlungen mit der TdL eine Reduzierung der Wochen­end­dienste durchsetzen. Es solle verbindlich geregelt werden, dass nur an zwei Wochen­enden im Kalendermonat Dienst angeordnet werden darf.

Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben soll nach dem Willen der Ärztege­werk­schaft auch durch die generelle Begrenzung der Bereitschaftsdienste erreicht wer­den. Pro Vierteljahr solle im Durchschnitt maximal sechsmal monatlich Bereitschafts­dienst angeordnet werden können.

„Vor uns liegt ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Verhandlungsführer des Marburger Bun­des, Christian Twardy, heute nach der Auftaktrunde in Hannover. Die TdL erliege einem großen Irrtum, wenn sie glaube, dass Verbesserungen im Arbeitsalltag der Ärzte in den Unikliniken allein durch betriebliche Regelungen erreicht werden könnten.

„Wir brauchen tarifvertragliche Instrumente, die dann auf betrieblicher Ebene konsequent angewendet werden. Der jüngste Tarifabschluss des Marburger Bundes mit den kommu­nalen Arbeitgebern hat ja gezeigt, dass solche tarifvertragliche Vereinbarungen möglich sind“, so Twardy. Darauf haben wir die TdL heute ausdrücklich hingewiesen.

Die Ärzte bräuchten eine Entlastung, die diesen Namen verdiene. Mit wirkungslosen Re­ge­lungen würden sie sich nicht zufrieden geben. Man habe heute auch keinen Zweifel daran gelassen, dass eine Einigung die dauerhafte Sicherung des arztspezifischen Tarif­vertrages voraussetze.

Die Verhandlungen betreffen einen Großteil der Ärzte an 23 Universitätskliniken. Berlin und Hessen haben eigene Tarifverträge. Auch für die Ärzte an weiteren einzelnen Unikli­ni­ken gelten eigene tarifliche Regelungen, etwa am Uniklinikum Hamburg, in Halle und in Mainz.

Vor Beginn der Tarifverhandlungen hatte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers die Vergleichbarkeit mit dem öffentlichen Dienst gefordert. Der Marburger Bund habe „ein ganzes Bündel an Forderungen“, das die Fachgewerk­schaft in der Auftaktrunde in Hannover erläutern könne, sagte der CDU-Politiker und Vizechef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder gestern. Die Ärzte verdienten „eine sachge­rechte und angemessene Bezahlung“.

Allerdings müsse er auch auf die Auswirkungen auf die Haushalte der Länder und Unikli­ni­ken achten sowie darauf, dass sich die Tarifentwicklung „an der allgemeinen Gehalts­ent­wicklung im öffentlichen Dienst orientiert“, sagte Hilbers.

Mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatte sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder im März rückwirkend zum 1. Januar 2019 auf eine Erhöhung von 3,2 Prozent im Gesamtvolumen geeinigt. Für 2020 wurde eine weitere Erhöhung um 3,2 Prozent vereinbart, für 2021 um 1,4 Prozent. © afp/dpa/may/aerzteblatt.de

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