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Politik

Jedes vierte Pflegeheim arbeitet defizitär

Mittwoch, 6. November 2019

/dpa

Heidelberg – Die wirtschaftliche Lage deutscher Pflegeheime hat sich zwischen 2015 und 2017 leicht verschlechtert. Insgesamt geht es der Branche jedoch relativ gut. Das ist das Ergebnis des „Pflegeheim Rating Report 2020“, den das RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und das Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) veröffentlicht haben. Demnach drohte 2017 knapp vier Prozent der Pflegeheime eine erhöhte Insol­venz­gefahr, jedes vierte (24 Prozent) verzeichnete Verluste.

Vor allem in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern haben Pflegeeinrichtungen verstärkt mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Dagegen sind die Heime in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen finan­ziell vergleichsweise gut aufgestellt.

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Laut Rating Report ist der Pflegemarkt weiterhin durch Ambulantisierung und Privatisie­rung sowie einen anhaltenden Fachkräftemangel geprägt. Künftig muss sich der Pflege­markt weiteren Herausforderungen stellen: Aufgrund der demografischen Entwicklung werde die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 hierzulande im Vergleich zu 2017 um 26 Prozent auf 4,4 Millionen Menschen steigen.

Damit verbunden ist ein steigender Bedarf an Pflegepersonal und Kapital. „Um in beiden Bereichen attraktiv zu sein, sind innovative Konzepte gefragt“, sagt RWI-Gesundheits­ex­pertin Dörte Heger. Eine Kombination aus einer differenzierteren Aufgabenverteilung, mehr Ausbildung und moderner Technologie könnte ihrer Einschätzung nach helfen, die Pflege zukunftsfest zu machen.

Datengrundlage des „Pflegeheim Rating Report 2020“ sind 370 Jahresabschlüsse aus den Jahren 2016 und 2017. Der Report wird gemeinsam vom RWI – Leibniz-Institut für Wirt­schaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit der Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS) und der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie mit Unterstützung der Terranus GmbH erstellt. © hil/sb/aerzteblatt.de

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