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Ärzteschaft

Marburger Bund legt Prüfkriterien für unabhängige Fortbildung vor

Donnerstag, 7. November 2019

/SARANYU, stock.adobe.com

Berlin – Die Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen hängt auch davon ab, wie unab­hängig die Fortbildungen sind, zu denen Ärzte verpflichtet sind. Der Marburger Bund (MB) hat deshalb heute in Berlin Prüfkriterien zur unabhängigen Fortbildung veröffent­licht.

„Die Prüfkriterien liegen auch in einer Fassung ,to go‘ vor, damit Ärztinnen und Ärzte sie immer dabei haben können, wenn es um ihre Fortbildung geht“, erklärte der Bundesvor­sitzende des MB, Rudolf Henke, im Vorfeld der 136. Hauptversammlung des Verbandes, die an diesem Wochenende in Berlin stattfindet.

Zu den Prüfkriterien einer unabhängigen Fortbildung gehört dem MB zufolge insbeson­dere die Offenlegung finanzieller Interessen von Referenten und Autoren sowie eine ob­jektive Sprache, bei der die Beschreibung der Evidenzstärke nicht mit einer Handlungs­em­pfehlung gleichgesetzt wird.

Die Ärzte müssten sich zudem des sogenannten Publication Bias bewusst sein, sagte Hen­ke. Noch immer sei es so, dass nur die Hälfte aller abgeschlossenen klinischen Studi­en veröffentlicht werde. Zurückgehalten würden insbesondere Studien mit neutralem oder negativem Ausgang.

„Diesen Bias müssen wir knacken“, forderte Henke. Denn unabhängige Fortbildung setze die vollumfängliche Verfügbarkeit der zu einem Thema vorliegenden Evidenz voraus. Der MB fordert deshalb als Minimalstandard, sämtliche Daten und Ergebnisse zeitgerecht nach Abschluss einer Studie in den Datenbanken der Zulassungsbehörden zu veröffentli­chen.

Der MB verurteilte zugleich sämtliche Bestrebungen, aus primär wirtschaftlichen Grün­den die Unabhängigkeit ärztlicher Fortbildung einzuschränken. Dazu zähle die Einfluss­nah­me von Sponsoren auf die Auswahl von Referenten, Autoren oder Inhalte von Fortbil­dungen ebenso wie die Einflussnahme von Krankenhausträgern auf das ärztliche Fortbildungsverhalten.

In ihrem Papier betont die Ärztegewerkschaft zugleich, dass Fortbildung Teil der ärztli­chen Arbeitsleistung sei und Ärzte deshalb auch die Möglichkeit haben sollten, sich am Arbeitsplatz oder Online fortzubilden. Außerdem müsse im Medizinstudium besser als heute das Rüstzeug dafür vermittelt werden, Evidenz zu beurteilen. © HK/aerzteblatt.de

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