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Hilfe für Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern

Donnerstag, 7. November 2019

Hamburg – Unter Federführung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickeln Wissenschaftler in den kommenden drei Jahren neue familienbasierte, psy­chotherapeutische Interventionsmaßnahmen, um Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern besser zu unterstützen. Der Innovationsfonds des Ge­meinsamen Bundesausschusses fördert das Vorhaben namens „CHIMPS-NET“ mit insge­samt 6,8 Millionen Euro.

„Ziel des Projektes ist es, in jedem Bundesland an mindestens einem Standort für Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern Versorgungsformen be­reitzustellen, die sich am Bedarf der jeweiligen Familien orientieren“, erläutert Silke Wie­gand-Grefe von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psy­chosomatik des UKE.

Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern sind der Fami­lien­psychologin zufolge eine jahrzehntelang vom Gesundheitssystem übersehene Risiko­gruppe – sie haben ein mehrfach erhöhtes Erkrankungsrisiko für eine eigene psychische Erkran­kung.

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Die Wissenschaftler planen, die gefährdeten Kinder und Jugendlichen bereits während der Behandlung der Eltern auf psychische Auffälligkeiten zu untersuchen und ihnen und ihrer Familie passende Behandlungsangebote zu machen. Kinder und Jugendliche, die noch nicht psychisch auffällig sind, sollen eine Präventionsmaßnahme unter Beteiligung eines Sozialarbeiters erhalten.

Bei psychischen Auffälligkeiten soll es eine familienorientierte Therapie bei einem Psy­chotherapeuten geben. Kindern und Jugendlichen in ländlichen Regionen, die nur einge­schränkt Zugang zu Versorgungsangeboten haben, soll zudem eine Online-Intervention mit therapeutischer Begleitung angeboten werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird mit der derzeit üblichen Standardbehandlung ohne Familienunterstützung vergli­chen.

Neben dem UKE sind 20 Kliniken in ganz Deutschland beteiligt. Hinzu kommen acht Krankenkassen sowie Sozialverbände aus den Bereichen Gemeindepsychiatrie, Erzieh­ungs­hilfe und Jugendfürsorge. © hil/aerzteblatt.de

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