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Politik

Bayerischer Landtag für Homöopathiestudie

Donnerstag, 7. November 2019

/Wolfilser, stockadobecom

München – Eine medizinische Studie im Auftrag der bayerischen Staatsregierung soll klären, ob durch homöopathische Mittel der Einsatz von Antibiotika reduziert werden kann. Dies hat der Landtag heute mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern beschlossen.

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Bei der namentlichen Abstimmung votierten 120 Abgeordnete für den Antrag und damit acht mehr als die Koalition selbst stellt. Im Plenum sorgte der Antrag, der im Zusammen­hang mit weiteren Maßnahmen gegen multiresistente Keime besprochen wurde, für teils kontroverse Debatten. Kritiker der Homöopathie betonten, dass die Studie bestenfalls überflüssig sei.

„Das Vorhaben der bayerischen Staatsregierung ist fahrlässig, weil es bereits mit der Fra­ge­stellung suggeriert, dass homöopathische Mittel wie Globuli multiresistente Keime bekäm­pfen könnten“, sagte Dominik Spitzer (FDP). Bisher habe keine wissenschaftliche Studie be­weisen können, dass homöopathische Mittel allein gegen Beschwerden wirkten. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 14. November 2019, 11:53

Studien zur Homöopathie sind sogar besser als...

...in der Schulemdizin.
Quelle: Shang, Lancet

"Die Wissenschaftler hatten 110 homöopathische mit 110 vergleichbaren schulmedizinischen Studien verglichen: 21 homöopathische und 9 schulmedizinische Studien wurden hierbei als „hochwertig“ eingestuft (19 % der homöopathischen, 8 % der schulmedizinischen Studien).

Diese Studie zeigt, dass das Verbessern von Forschungsstandards ein Dauerthema sowohl in der Homöopathie als auch in der Schulmedizin ist.

Es ist allerdings richtig, dass einige Homöopathie-Studien von minderer Qualität sind, insbesondere jene, die vor einigen Jahrzehnten durchgeführt wurden und den heutigen Qualitätsstandards nicht entsprechen.

Dennoch trifft die Aussage, dass alle Homöopathie-Studien von schlechter Qualität wären, eindeutig nicht zu. Es gibt qualitativ hochwertige Studien, die gezeigt haben, dass Homöopathie wirkt."

https://www.hri-research.org/de/informationsquellen/homeopathy-faqs/research-done-in-homeopathy-is-poor-quality-so-you-cant-trust-the-results/

Tja, so läuft es. Vor einigen Monaten wurde überall immer posaunt: "Es gibt KEINE Positiv-Studien zur Homöopathie". Inzwischen spricht sich herum, dass gelogen wurde. Danach wurde und wird behauptet, die Pro-Homöopathie-Studien seien alle mies. Jetzt wird langsam deutlich... :-)
Avatar #781197
Hümmer
am Donnerstag, 14. November 2019, 11:48

Zum Nachtrag von Staphylococcus rex

Sie haben Recht in der kritischen Beurteilung der homöopathischen Arzneimittelprüfungen.
Diese sind in der Tat aus mehreren Aspekten heraus nicht plausibel und sind folgerichtig auch im Versuch der Doppelblind-Replikation gescheitert.
Es gab jedoch immer schon Bestrebungen (u.a. durch HERING), sich überwiegend auf die klinisch-empirischen Ergebnisse homöopathischer Gaben zu verlassen und diese höherwertig in den Repertorien und Materiae Medicae zu plazieren für belastbare Symptombeschreibungen. Auch in der Materia medica von T.S. Hoyne wurden z.B. deshalb über 2500 Falldarstellungen eingearbeitet, die sehr eindrückliche Fallbeschreibungen aufweisen (durchwegs mit unmittelbaren (!) Reaktionen auf Mittelgabe).
Und die Empirie ist ja neben der Evidenz-Prüfung immer schon eine sehr wichtige Stütze in der gesamten medizinischen Wissenschaft und Fortentwicklung gewesen.
Und zu Ihren Ausführungen des Studiendesigns homöopathischer Studien:
Die NHMRC hat in ihrem 2015 Report WILLKÜRLICH (weil bei anderen Untersuchungen nicht als Maßstab genommen) Studien-größen <150 Probanden ABGEWERTET, wodurch dann (erst) in der Zusammenfassung mehrerer Metaanalysen plötzlich negative Ergebnisse zu definierten krankheitsbildern entstanden, die im sog. "Hidden First Report" 2012 noch als positive Ergebnisse angezeigt wurden. Dies erscheint wie ein perfider Wissenschaftsbetrug.
Bzgl. dem Vergleich des Outcome homöopathischer Studien und Studien der sog. wissenschaftlichen Medizin sei noch auf die Untersuchungen der Evidenz von Cochrane-Studien hingewiesen, die im Endergebnisse für schulmedizinische Studien mit ca. 2,5% sicher positiven Ergebnissen auffällig gleiche Evidenz wie für homöopathische Studien ergab.
Mapping the Cochrane evidence for decision making in health care
Regina P. El Dib PhD
Álvaro N. Atallah MD PhD
Regis B. Andriolo
First published: 04 August 2007
https://doi.org/10.1111/j.1365-2753.2007.00886.x
Citations: 45
https://homoeopathiewirkt.wordpress.com/2019/10/26/nhmrc-oder-das-verschwinden-homoopathischer-evidenzen/
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 14. November 2019, 11:40

Homöopathie und Studieergebnisse, die vierhundertdreiundvierzigste

Dazu:
"Woher kommt also das Interesse der Homöopathie an Metaanalysen?"
Umgekehrt wird ein Schuh daraus; die Neo-Skeptizisten zitieren doch immer die 6 großen diesbez. Metastudien, da die angeblich ergeben hätten, dass die Ergebnisse die Homöopathie schwächen.
Hier ein Beispiel dazu:
https://scilogs.spektrum.de/detritus/gesamtschau-der-studien-zur-hom-opathie/

Wie kompliziert das Ganze ist, wird aus diesem interessanten Artikel deutlich:
http://www.homöopathie-bochum.de/pdf/Studienkritik.pdf

Und auch hier kann man wirklich nicht von einer zu kleinen Probandengruppe sprechen, sondern eher von einem verblüffenden Therapie-Effekt:
https://www.homöopathie-forschung.info/aktuelle-forschung_haemophilie/
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 14. November 2019, 00:58

Nachtrag

Das Simile-Prinzip hat zwei Seiten. Einerseits die „gewünschte“ klinische Wirkung auf den Patienten, andererseits die Wirkung als „Krankmacher“ mit den gleichen Symptomen auf gesunde Probanden. Der Donner-Report fokussiert sich auf den zweiten Aspekt und ist deshalb heute genauso relevant wie damals. Damals sind die Studien zur Wirkung von Homöopathika auf gesunde Probanden gescheitert und daran hat sich in den letzten 80 Jahren nichts geändert. Was unterscheidet eine Homöopathie, deren Symptombeschreibungen nicht belastbar sind, von einer pseudoreligiösen Lehre?
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 14. November 2019, 00:42

Homöopathie und spezifisches Studiendesign

Die Form folgt der Funktion, dies ist eine Binsenweisheit. Gerade weil die Fragestellungen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen unterschiedlich sind, gibt es nicht das EINE Studiendesign, sondern es muss eine Auswahl aus einer Reihe möglicher Designs getroffen werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass jedes Design spezifische Vor- und Nachteile aufweist.

Die prospektive mehrfachverblindete randomisierte klinische Studie wird zwar als hochwertigste Form einer Studie angesehen. Dieses Design kann mit einer minimalen Zahl an Elementen die belastbarsten Ergebnisse liefern. Dies wird aber auch mit einigen Nachteilen erkauft: dieses Design hat den höchsten Ressourcenverbrauch, kann in der Regel nur eine einzige Frage beantworten und muss aufgrund des interventionellen Charakters vorher durch eine Ethik-Kommission genehmigt werden. Nachträgliche Änderungen am Design sind nicht möglich und die Teilnehmerzahl muss vorher feststehen. Deshalb sind diese Studien in der Regel der Abschluss eines Forschungsprozesses, vorher gibt es zahlreiche weniger „hochwertiger“ Studien zu diesem Thema, die orientierenden Charakter haben und der Hypothesenbildung dienen. Und nicht zuletzt auch dazu, die Stärke des erwarteten Effekts abzuschätzen und damit die notwendige Probandenzahl abzuschätzen. Wenn also Foristen wie MITDENKER sich darüber mokieren, dass die Zahl an RCT so gering ist, dann bedeutet dies nicht, dass die Schulmedizin schlampig arbeitet, sondern dass Personen wie MITDENKER nicht verstanden haben wie Wissenschaft funktioniert. Gerade bei begrenzten Ressourcen (was eigentlich immer der Fall ist) kann man bei einem beschreibenden Studiendesign ein Maximum an Rohdaten gewinnen. Deshalb gibt es bei den Studiendesigns eine hierarchische Ordnung und RCT sind der Abschluss eines längeren Arbeitsprozesses.

Unter den von den Verfechtern der Homöopathie hier im DÄ propagierten Studien erfreuen sich derzeit zwei Designs besonderer Beliebtheit: Randomisierte klinische Studien mit einer Gruppengröße von ca. 30 Probanden je Gruppe und Metaanalysen. Beides ist aus meiner Sicht kein Zufall. Beide Konzepte nutzen statistische Schwächen des jeweiligen Designs aus, um bei fehlender echter Signifikanz eine Pseudosignifikanz zu generieren.

Fangen wir an mit den Pseudo-RCT. Ein relevantes Merkmal wie z.B. Schlafdauer ist in der Regel normal verteilt. Bei Schlaflosigkeit haben wir den linken Rand dieser Kurve, meist gibt es dort einige Ausreißer. Wenn die Randomisierung nach dem Zufallsprinzip erfolgt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ½, dass der äußerste Ausreißer in der Homöopathiegruppe landet, für die beiden äußersten Ausreißer ¼, für die drei äußersten Ausreißer 1/8 etc. Also hat man statistisch bei einer von acht randomisierten Studien die drei äußersten Ausreißer in der gewünschten Gruppe (die übrigen sieben Ministudien werden einfach totgeschwiegen. Nach meiner Kenntnis gibt es kein Zentralregister, wo derartige Studien vorher registriert werden müssen). Im Fall von Schlaflosigkeit reagieren alle Probanden auf die Zuwendung und Verbesserung der Schlafhygiene, die Ausreißer vom linken Rand naturgemäß etwas stärker. Dieses Phänomen ist bekannt als Regression zur Mitte. Die Stärke des Effekts wird im Einzelfall sicher etwas variieren, aber ein Ausreißer kann in einer Gruppe von etwa 10 Elementen für einen spürbaren Effekt sorgen. Das bedeutet für diesen Effekt muss die Größe der einzelnen Gruppen mindestens 20 betragen (bei weniger Elementen liefern die normalen statistischen Teste keine ausreichende Signifikanz), darf aber auch nicht über 40 liegen, damit der Effekt der Ausreißer messbar bleibt. Und wie sieht die Realität aus? Sowohl bei der Studie zur Schlaflosigkeit (über die ich bereits früher diskutiert habe) als auch bei der hier präsentierten von MITDENKER präsentierten Studie zur Diarhhoe in Schweinen haben die Verum- und Kontrollgruppe genau diese Größe.

In beiden Fällen gibt es keinen vernünftigen Grund, die Gruppengröße derartig zu begrenzen. Weder sind es besonders seltene klinische Fragestellungen, noch ist der Materialeinsatz besonders hoch (was z.B. bei Implantaten ein Problem sein dürfte). Deshalb ist es auch kein Zufall, dass derartige „Studien“ in sehr speziellen Zeitschriften veröffentlicht werden. Der Prozess des peer-Review hat systembedingte Schwächen. Streng genommen handelt es sich beim peer Review um einen Binnenkonsens der Gutachter. Bei einem schulmedizinischen Journal liegt der Schwerpunkt auf einer sauberen Methodik und auf plausiblen Ergebnissen. Bei einem alternativmedizinischen Journal sieht es auf den ersten Blick ähnlich aus, nur haben die Gutachter dort eine andere Wahrnehmung was plausible Ergebnisse betrifft und sind vor allem deutlich großzügiger bei Schwächen in der Methodik, solange sie das eigene Weltbild stützen. In einem seriösen Journal würde der Gutachter einfach sagen, „Meldet Euch noch mal wenn Ihr das vierfache an Probanden habt (mindestens hundert in jeder Gruppe)“ oder würde zumindest prüfen, ob die Randomisierung zu vergleichbaren Gruppen geführt hat. Die „seriösen Wissenschaftsverlage“, welche diese Journale in ihrem Portfolio haben, sind mitschuldig an dieser Misere, dass wissenschaftlich schlechte Arbeiten auf diese Art und Weise geadelt werden und sollten endlich die Konsequenzen aus ihrer Verantwortung ziehen.

Bei Metaanalysen liegt das Problem woanders. Die Aufgabe von Metaanalysen besteht im Nachweis schwacher Effekte, um durch das Zusammenlagen mehrerer Studien die Probandenzahlen zu erhöhen. Dabei werden alle Effekte verstärkt, sowohl schwache echte Effekte (das ist gewollt), aber auch systematische Verzerrungen. Deshalb ist die Frage nach den Einschlusskriterien die entscheidende wissenschaftliche Leistung des Studienautors. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, wurden in der australischen Metaanalyse alle Studien mit weniger als 75 Teilnehmern pro Gruppe ausgeschlossen. Wenn man sich verdeutlicht, warum die Gruppengröße so wichtig ist für pseudosignifikante Studien, wird der Aufschrei aus den Kreisen der Anhängerschaft der Homöopathie verständlich. Woher kommt also das Interesse der Homöopathie an Metaanalysen? Einfach, weil dabei lediglich Zahlen extrahiert werden und man schnellstmöglich unbequemen Fragen nach dem konkreten Studiendesign aus dem Wege gehen kann. Einhundert (oder mehr) schlechte Ministudien mit verzerrten Daten ergeben zusammen auch keine hochwertige Studie, es werden nur die verräterischen Spuren besser verwischt und es wird schwieriger Defizite nachzuweisen. Was die Effektstärke der Homöopathie betrifft, widersprechen sich deren Anhänger selbst. Einerseits sollen die Effekte so stark sein, um in Gruppen von 30 Probanden signifikant zu sein. Andererseits ist eine Metaanalyse erforderlich für eine „Wirkung über Placebo-Niveau“. Dies zeigt, Metaanalysen werden seitens der Homöopathie als Mittel zur Verschleierung missbraucht.

Der Zeitaufwand, all diese Scheinstudien der Homöopathie auseinanderzunehmen ist sehr hoch, deshalb ist das Versagen der Fachverlage um so gefährlicher und deshalb werde ich auch nur punktuell auf derartige „Studien“ eingehen. Ein angehender Statistiker sollte sich unbedingt die Studien zur Homöopathie anschauen, hier gibt es sehr viel über offene und versteckte Fehlerquellen in der Statistik zu lernen. Es gibt sicher auch noch statistische Tricks, die ich hier nicht besprochen habe. Die bayerische Staatsregierung wäre sehr gut beraten, das geplante Studiendesign von echten Naturwissenschaftlern kontrollieren zu lassen, um hinterher böse Überraschungen und unangenehme Fragen zum Thema Geldverschwendung zu vermeiden.
Avatar #781197
Hümmer
am Dienstag, 12. November 2019, 17:02

auch gegen SEN von Staphylokokken wird´s bald (AB)-Resistenzen geben.

Donner ist, wie auch die damaligen Verhältnisse, zum Glück schon lange, lange her...
Inzwischen gibt´s z.B. die Analysen des 2015-er Reports der NHMRC, der sich als Versuch des Wissenschaftsbetrugs zu ungunsten der Homöopathie herauskristallisiert....
...gibt´s die Schlafqualitätsstudie, über die sogar Edzard Ernst stolperte: "„Eine neue homöopathische Studie weist darauf hin, dass hoch verdünnte [homöopathische] Mittel besser als Placebos sind. UND ICH KANN KEINEN FEHLER FINDEN.“
....gibt´s die Sepsis-Studie von Frass
....gibt´s die Depressions-Vergleichsstudie Fluoxetine versus Homöopathie, in der Homöopathika besser als ersteres abschneiden...
....Tierstudien AB versus Homöopathie s.u. @Mitdenker...
...gibt´s die Meatstudien, in denen in deutlich überwiegender Anzahl WÖRTLICH STEHT:
"WIRKUNG ÜBER PLACEBO-NIVEAU"
Diese Conclusion kann man allerdings nur noch überlesen, wenn man unter dem sog. SEN (Skeptiker-Evidenz-Neglect) leidet!
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 12. November 2019, 12:32

Andere Studie zu diesem Thema

PS:
Bereits 1999: Arbeit von Albrecht et al. in der Zeitschrift Alternative Therapies veröffentlicht, bei der in einem norddeutschen Schweinezucht-Betrieb Homöopathika (eine Mischung aus 5 Arzneien) gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt und die Wirkung sowohl mit niedrig dosierten als auch mit hochdosierten Antibiotika verglichen wurde.
Ergebnis: Die homöopathischen Arzneien erwiesen sich als deutlich wirksamer als niedrig dosierte Antibiotika. Schon „damals“ hätte man Antibiotika -Resistenzen aus der Massentierhaltung entgegenwirken können, so man es denn gewollt hätte…
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 11. November 2019, 11:45

Wie üblich...

...kommt zuerst S. Rex um die Homöopathie klein zu reden und nieder zu machen. Dann kommt gleich Practicus, um sie klein zu reden. Ich warte.
Und S. Rex weiß natürlich jetzt schon wie sie ausgeht: "Dagegen sind zwischen Placebo und Homöopathie keine statistisch belastbaren Unterschiede zu erwarten."

Ein Lob an die CSU, die sich nicht von dem "modernen" Hompopathiebashing beeindrucken lässt. Da sind die GRÜNEN schon ängstlicher u. die FDP muß ihren ärztlichen Wählern nach dem Mund reden. Von der Kleinpartei Lauterbach & Co. ganz zu schweigen.

Zu dem Thema gibt es übrigens neben der Arbeit von Birgit Gnadl für div. Molkereien und Bauern bereits einige recht interessante Pro-Studien, hier nur eine:
Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20129177
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 11. November 2019, 00:12

Wissenschaftspluralismus

macht nur Sinn, wenn es wirklich noch offene Fragen zu klären gibt. Entweder die o.g. Studie wird handwerklich sauber durchgeführt, dann wird man je nach konkreter Fragestellung auf einen Teil der Antibiotika verzichten können. Dagegen sind zwischen Placebo und Homöopathie keine statistisch belastbaren Unterschiede zu erwarten.

Für die Globuli gibt es eigentlich nur einen Rechtfertigungsgrund: Für einen Patienten ist es psychologisch belastend, nach dem Aufwand des Arztbesuchs mit leeren Händen dazustehen. Die Tabletten oder Globuli in der Hand geben die Illusion der Kontrolle und Selbstbestimmung in Bezug auf die eigene Krankheit. Gerade bei viralen Infekten sind Antibiotika allerdings auch nur Placebos, wenn auch mit erheblichen Nebenwirkungen. In dem Antrag geht es aber nicht um psychologische Aspekte der Krankheitsverarbeitung, sondern um einen dreisten Versuch, die Homöopathie politisch hoffähig zu machen.

Faktisch ist die hier geplante Studie zu HNO-Erkrankungen und zur Sepsis (so steht es zumindest im Antrag) eine Studie zur Nutzenbewertung der Homöopathie. Allerdings dürfte bei einer 200 Jahre alten Methode, welche bereits vor 80 Jahren bei der letzten groß angelegten Nutzenbewertung (Donner-Report) krachend durchgefallen ist, es nicht so einfach sein zu erklären, welche wirklich neuen Erkenntnisse erwartet werden. Politiker, die sich für einen Wissenschaftspluralismus in Bezug Homöopathie einsetzen, könnten mit dem gleichen Recht die Kugelgestalt der Erde anzweifeln. Um es überspitzt zu formulieren, wer einen derartigen Antrag unterstützt, outet sich als Flacherdler des 21. Jahrhunderts.
LNS

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