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Politik

Krankenhäuser engagieren sich stärker für Organspende

Donnerstag, 7. November 2019

/dpa

Frankfurt – Die Krankenhäuser in Deutschland engagieren sich stärker bei der Suche nach potenziellen Organspendern. Die organspendebezogenen Kontakte der Kliniken mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) seien in den ersten zehn Monaten deutlich angestiegen, teilte die DSO heute in Frankfurt mit.

Sie erhöhten sich von 2.341 in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 auf 2.522 in diesem Jahr. Allerdings sind zugleich die Zahlen der Spender und der gespendeten Or­gane gegenüber 2018 erneut leicht zurückgegangen: Die DSO zählte bundesweit bis Oktober 775 postmortale Organspender, im Vorjahreszeitraum waren es 787.

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DSO-Chef Axel Rahmel lobte die im Februar vom Bundestag verabschiedete Reform über neue Strukturen bei der Organspende. Sie müsse jetzt konsequent umgesetzt werden. Laut Gesetz werden die Entnahmekrankenhäuser so vergütet, dass ihnen aus Transplan­tationen kein finanzieller Nachteil erwächst.

Der jeweilige Transplantationsbeauftragte soll den nötigen Freiraum und die Zeit erhal­ten, um seinen Aufgaben angemessen nachzugehen. Dazu soll er Zugangsrecht zu den Intensiv­stationen erhalten und hinzugezogen werden, wenn Patienten nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Betracht kommen. Erstmals wurde auch die Betreuung der Angehö­rigen in das Gesetz mit aufgenommen und der DSO übertragen.

Die DSO sprach sich erneut für die Einführung einer Widerspruchslösung aus; Grundlage dafür sei auch die hohe Zustimmung für Organtransplantationen in der Bevölkerung. Durch die Widerspruchslösung, bei der jeder Bürger als potenzieller Organspender gilt, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, würden mehr Transplantationen möglich, so Rahmel. Derzeit sind Organentnahmen nur möglich, wenn der potenzielle Spender ausdrücklich zugestimmt hat.

Wie heute bekannt wurde, will der Bundestag aber erst Mitte Januar 2020 über die Ein­führung einer Widerspruchslösung entscheiden. Bisland sollte eine abschließende Bera­tung noch in diesem Jahr stattfinden. © kna/aerzteblatt.de

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