NewsAuslandKrankenhaus von Ärzte ohne Grenzen im Jemen bei Luftangriff teilweise zerstört
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen im Jemen bei Luftangriff teilweise zerstört

Donnerstag, 7. November 2019

/Ärzte ohne Grenzen

Sanaa – Ein von Ärzte ohne Grenzen geführtes Krankenhaus in Mokka im Südwesten des Jemen ist gestern durch einen Luftangriff auf ein benachbartes Militärlager teilweise zer­stört worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich rund 30 Patienten sowie 35 Mitar­beiter im Kran­ken­haus befunden, teilte Ärzte ohne Grenzen heute mit.

Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. Die meisten Patienten hätten sich selbst in Sicherheit bringen können, einige Patienten in kritischem Zustand, darunter zwei Neu­geborene, seien von Ärzte ohne Grenzen in ein anderes Krankenhaus in Mokka überführt worden. Ärzte ohne Grenzen habe alle medizinischen Aktivitäten in der Klinik eingestellt, hieß es weiter.

Es sei „reines Glück“ gewesen, dass bei diesem Angriff keine Patienten oder Mitarbeiter verletzt worden seien, sagte Caroline Seguin, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Gren­zen im Jemen. „Da das Krankenhaus nun außer Betrieb ist, sind die Menschen in dieser Region ohne dringend benötigte lebensrettende Hilfe.“

Das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen wurde durch die Explosionen und das Feuer nach dem Luftangriff auf das Nachbargelände, auf dem sich auch ein Militärlager befin­det, schwer beschädigt. Die Apotheke brannte aus, die Bürogebäude wurden zerstört.

Die Beschädigungen einiger technischer Gebäude, darunter jenes für den Stromgenerator, müssten noch untersucht werden. Die Fenster der Krankenstationen wurden durch die Wucht der Explosionen zerstört.

Angesichts des Risikos durch nicht explodierte Spreng­kör­per auf dem Gelände sei eine Minenräumung erforderlich, bevor der Betrieb wieder auf­genommen werden könne, er­klärte die Hilfsorganisation. Ärzte ohne Grenzen hat einen Teil des medizinischen Teams nach Aden gebracht.

Die Hilfsorganisation appellierte heute erneut an alle Konfliktparteien, medizinische Einrichtungen zu verschonen. Der Standort des Krankenhauses sei allen kriegführenden Parteien und den Behörden seit der Eröffnung des Krankenhauses im Jahr 2018 bekannt gewesen. © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #790947
sthuber
am Freitag, 15. November 2019, 01:34

Noch Fragen? Die kurze, präzise Zusammenfassung von ÄoG hilft

"Sanaa/Berlin, 28. Oktober 2015. Bei Luftangriffen der von Saudi Arabien angeführten Koalition im Norden des Jemen wurde in der Nacht auf den 27. Oktober ein Krankenhaus zerstört, das von der internationalen medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird. Das kleine Krankenhaus im Bezirk Haydan (Provinz Saada) wurde ab 22.30 Uhr mehrmals angegriffen. Medizinisches Personal und zwei Patienten konnten fliehen, bevor es über einen Zeitraum von zwei Stunden zu weiteren Angriffen kam. Ein Mitarbeiter wurde bei der Flucht leicht verletzt. Aufgrund der Zerstörung des Krankenhauses haben nun mindestens 200.000 Menschen keinen Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Hilfe."

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/jemen-luftangriff-krankenhaus-aerzte-ohne-grenzen

Also nur falls sich jemand gefragt hat
1. wer verantwortlich ist, und
2. wie schlimm das im Jemen wirklich ist (200000 Menschen betroffen!)

Was auch dort nicht steht ist, dass SA natürlich nichts ohne Unterstützung der USA im Jemen unternehmen kann (und wohl tut).
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER