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Ärzteschaft

Susanne Johna ist neue Bundesvorsitzende des Marburger Bundes

Samstag, 9. November 2019

Susanne Johna /Gebhardt

Berlin – Die Haupt­ver­samm­lung des Marburger Bundes (MB) hat heute in Berlin Susanne Johna (54) zur Bundesvorsitzenden gewählt. Auf die Internistin und Vorsitzende des MB-Landesverbandes Hessen entfielen 116 von 209 gültigen Stimmen. Johna ist die erste Frau an der Spitze des Verbandes. Johnas Gegenkandidat war Andreas Botzlar (51). Für den Chirurgen aus Murnau und Vorsitzenden des MB-Landesverbands Bayern stimmten 93 Delegierte.

Großes Vertrauen in beide Kandidaten

Johna sagte nach ihrer Wahl, das relativ knappe Wahlergebnis zeige, dass die Haupt­versammlung großes Vertrauen in beide Kandidaten habe. Sie sei sicher, dass sie mit Botzlar im MB-Vorstand auch weiterhin gut zusammenarbeiten werde. Mit Blick auf die Zukunft sagte sie, der MB habe gezeigt, dass es den Ärztinnen und Ärzten ernst sei mit guten Arbeitsbedingungen. „Wir brennen für unseren Beruf, aber wir lassen uns nicht verheizen.“ Der langjährige Bundesvorsitzende Rudolf Henke (65) war nicht mehr zur Wahl angetreten. Er wurde nach einer bewegenden Verabschiedung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

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Henke hatte vor der Wahl Bilanz gezogen. Er stand 30 Jahre lang an der Spitze des Verbandes, zunächst als 2. und seit 2007 als erster Vorsitzender. Henke betonte, in dieser Zeit sei es dem MB gelungen, zum Tarifpartner zu werden und die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern zu verbessern. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich die Leistung seines Vorgängers, Frank Ulrich Montgomery. „Diesen tarifpolitischen Weg sollten wir fortsetzen“, sagte Henke.

Fallpauschalensystem ist ein "Totalschaden"

Den Abschluss mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in diesem Jahr bezeichnete er als „Zeitenwende“. Denn hier sei es gelungen, den Einstieg in eine bessere Arbeitszeitgestaltung zu finden. Der Anspruch auf zwei freie Wochenenden im Monat sei tarifvertraglich geregelt. „Ärztinnen und Ärzte erhalten mehr Planungssicherheit und Verlässlichkeit“, erklärte Henke. Mit Blick auf das Tarifeinheitsgesetz sagte der scheidende Vorsitzende, es sei gelungen, das Gesetz zu einem „Zombie“ zu machen. „Das soll so bleiben.“

Als „Totalschaden“ bezeichnete Henke das Fallpauschalensystem in den Krankenhäusern. Das System habe sich überlebt. Die Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus den DRGs könne nur ein erster Schritt sein, das System grundlegend zu reformieren. „Wir brauchen eine bedarfsgerechte Krankenhausfinanzierung. Wir brauchen wieder mehr Zeit für die Patientenversorgung“, forderte Henke. Das müsse sich auch in der Finanzierung wiederspiegeln. © HK/aerzteblatt.de

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