NewsPolitikSachsen-Anhalt will psychiatrische Versorgung verbessern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Sachsen-Anhalt will psychiatrische Versorgung verbessern

Dienstag, 12. November 2019

/dpa

Magdeburg – Das Land Sachsen-Anhalt will die psychiatrische Versorgung verbessern. In das entsprechende Psychisch-Kranken-Gesetz des Landes sind dafür laut dem Sozial­minis­terium in Magdeburg Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Versorgung psy­chisch Kranker eingeflossen.

Danach ist in Sachsen-Anhalt mehr als ein Drittel der Bevölkerung von psychischen Er­krankungen betroffen. Das Hilfenetz, das sie in Anspruch nehmen können, ist regional sehr unterschiedlich eng geknüpft. Es gibt wenig regionale Koordination und Steuerung.

Anzeige

Die Studienautoren fordern eine kommunale Psychiatrieplanung insbesondere in den Landkreisen, um Angebote besser aufeinander abzustimmen. Dazu seien neben den Kommunen unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung, die Lan­des­ärz­te­kam­mer, Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft nötig.

Laut der der von der „Kölner Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich“ erstellten Studie gibt es in Sachsen-Anhalt deutlich zu wenige nieder­gelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In fünf Landkreisen gebe es gar keine Niederlassung.

Für die Zukunft gehen die Autoren der Studie allein durch den demografischen Wandel davon aus, dass sich die niedergelassene Versorgung durch Praxen weiter deutlich aus­dünnen wird. Das gelte auch für die fachpsychiatrische und fachpsycho­therapeutische Versorgung.

Das Landeskabinett hat sich laut Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Anfang Sep­tember mit dem neuen Psychisch-Kranken-Gesetz befasst. Nach einem Anhörungsverfah­ren wurden jetzt entsprechende Rückmeldungen ausgewertet. Die zweite Kabinettbe­fassung wird laut dem Ministerium voraussichtlich im November erfolgen.

„Es ist mein Ziel, Vernetzung, Zusammenarbeit und gemeindepsychiatrische Strukturen zu fördern“, sagte Grimm-Benne. Einen Schwerpunkt will sie auf die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsener legen. „Das heißt zum Beispiel, die Schnittstellen zwischen Erziehungs- und Jugendhilfe, Schule und therapeutischem System zu ver­bessern“, so die Ministerin.

„Jedem psychiatrisch hilfebedürftigen Bürger in einer Kommune muss die für ihn indivi­du­ell passende Hilfe zugänglich gemacht werden“, sagte Matthias Rosemann, Vorsitzen­der der Bundesarbeitsgemeinschaft der gemeindepsychiatrischen Verbünde. Wenn meh­rere Einrichtungen an der Versorgung beteiligt seien, sollte die Behandlung gemeinsam geplant und gegenseitig abgestimmt erfolgen, so seine Forderung. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2020
Magdeburg – Bewegung im Tarifstreit an den Ameos-Krankenhäusern: Beim ersten Gespräch zwischen dem Gesundheitskonzern, Verdi und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund haben sich die
Ameos will mit Gewerkschaften über Tariflöhne verhandeln
14. Februar 2020
Berlin – Ein „Plattform-Modell zur Bemessung der Personalausstattung in der Psychiatrie“ ist gestern Abend bei einem Fachsymposium mit Experten und Gesundheitspolitikern diskutiert worden. Entwickelt
Verbände stellen Konzept zur Personalbemessung in der Psychiatrie und Psychosomatik vor
13. Februar 2020
Magdeburg – Sachsen-Anhalt bietet angehenden Medizinern, die sich zur Arbeit in ländlichen Regionen verpflichten, ab sofort einen Sonderweg ins Medizinstudium. 20 der rund 400 Studienplätze für
Landarztquote: Sachsen-Anhalt stellt Auswahlkriterien für Medizinstudium vor
12. Februar 2020
Magdeburg – Zweieinhalb Wochen nach dem Start unbefristeter Streiks ist der Arbeitskampf bei Ameos im Salzlandkreis und in der Börde unterbrochen worden. Darauf einigten sich Ameos und die
Streikunterbrechung bei Ameos, Verhandlungen über Tarifvertrag
10. Februar 2020
Ameos-Kliniken – Der Krankenhausbetreiber Ameos und die Gewerkschaft Verdi wollen morgen zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammenkommen. Das Treffen gehe auf eine Initiative des Landrats des
Erstes Sondierungsgespräch zwischen Ameos und Verdi geplant
6. Februar 2020
Aschersleben – Der Krankenhausbetreiber Ameos hat im Tarifstreit mit seinen Angestellten erstmals die Bereitschaft zu Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi signalisiert. „Wir stehen unter gewissen
Ameos offenbar zu Gespräch mit Verdi bereit
5. Februar 2020
Magdeburg – Der Protest gegen die Arbeitsbedingungen beim Krankenhausbetreiber Ameos hat heute Magdeburg erreicht. 700 bis 800 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an einer
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER