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Politik

Sachsen-Anhalt will psychiatrische Versorgung verbessern

Dienstag, 12. November 2019

/dpa

Magdeburg – Das Land Sachsen-Anhalt will die psychiatrische Versorgung verbessern. In das entsprechende Psychisch-Kranken-Gesetz des Landes sind dafür laut dem Sozial­minis­terium in Magdeburg Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Versorgung psy­chisch Kranker eingeflossen.

Danach ist in Sachsen-Anhalt mehr als ein Drittel der Bevölkerung von psychischen Er­krankungen betroffen. Das Hilfenetz, das sie in Anspruch nehmen können, ist regional sehr unterschiedlich eng geknüpft. Es gibt wenig regionale Koordination und Steuerung.

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Die Studienautoren fordern eine kommunale Psychiatrieplanung insbesondere in den Landkreisen, um Angebote besser aufeinander abzustimmen. Dazu seien neben den Kommunen unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung, die Lan­des­ärz­te­kam­mer, Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft nötig.

Laut der der von der „Kölner Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich“ erstellten Studie gibt es in Sachsen-Anhalt deutlich zu wenige nieder­gelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In fünf Landkreisen gebe es gar keine Niederlassung.

Für die Zukunft gehen die Autoren der Studie allein durch den demografischen Wandel davon aus, dass sich die niedergelassene Versorgung durch Praxen weiter deutlich aus­dünnen wird. Das gelte auch für die fachpsychiatrische und fachpsycho­therapeutische Versorgung.

Das Landeskabinett hat sich laut Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Anfang Sep­tember mit dem neuen Psychisch-Kranken-Gesetz befasst. Nach einem Anhörungsverfah­ren wurden jetzt entsprechende Rückmeldungen ausgewertet. Die zweite Kabinettbe­fassung wird laut dem Ministerium voraussichtlich im November erfolgen.

„Es ist mein Ziel, Vernetzung, Zusammenarbeit und gemeindepsychiatrische Strukturen zu fördern“, sagte Grimm-Benne. Einen Schwerpunkt will sie auf die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsener legen. „Das heißt zum Beispiel, die Schnittstellen zwischen Erziehungs- und Jugendhilfe, Schule und therapeutischem System zu ver­bessern“, so die Ministerin.

„Jedem psychiatrisch hilfebedürftigen Bürger in einer Kommune muss die für ihn indivi­du­ell passende Hilfe zugänglich gemacht werden“, sagte Matthias Rosemann, Vorsitzen­der der Bundesarbeitsgemeinschaft der gemeindepsychiatrischen Verbünde. Wenn meh­rere Einrichtungen an der Versorgung beteiligt seien, sollte die Behandlung gemeinsam geplant und gegenseitig abgestimmt erfolgen, so seine Forderung. © hil/aerzteblatt.de

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