NewsÄrzteschaftÄrztekammer und KV Baden-Württemberg für nationale Arzneimittelreserve
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer und KV Baden-Württemberg für nationale Arzneimittelreserve

Dienstag, 12. November 2019

/dpa

Stuttgart – Gegen Arzneimittel-Lieferengpässe ist mehr politisches Engagement notwen­dig. Das haben heute die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg und die Kassenärzt­li­che Vereinigung (KV) des Landes betont.

„Es ist nicht zu vermitteln, dass ein Land wie Deutschland nicht in der Lage ist, eine adä­quate Versorgung mit Arzneimitteln zu gewährleisten“, sagte Kammerpräsident Wolfgang Miller. „Uns bereitet es Sorge, dass wir heute in einem so elementaren Bereich von aus­ländischen Produktions-Standorten abhängig sind“, betonte er.

Anzeige

Der KV-Vorstandsvorsitzende Norbert Metke erinnerte daran, dass das Problem seit Jahren bekannt sei. „Regelmäßig jedes Jahr wird beklagt, dass zum Beispiel Grippeimpfstoffe und jetzt zunehmend Medikamente der Basisversorgung von vielen Patienten nicht mehr aus­reichend zur Verfügung stehen“, kritisierte er.

Die Vorstände fordern daher eine nationale Arzneimittelreserve. „Die Versorgung mit Arz­neimitteln muss endlich als relevant für die Basisversorgung der Bevölkerung anerkannt werden, ähnlich wie Gas oder Erdöl,“ so Miller.

„Die Arzneimittelhersteller, die sich zu einem wesentlichen Teil aus den Mitteln des Ge­sundheitswesens finanzieren, müssen verpflichtet sein, einen bestimmten Kreis an Arz­nei­mitteln für eine bestimmte Zeit für die nationale Versorgung vorzuhalten“, konkreti­sierte der stellvertretende KV-Vorsitzende Johannes Fechner die Forderung.

Welche Medikamente in welchem Umfang vorgehalten werden müssen, sollten laut Kammer und KV künftig Ärzte, Apotheker und die Politik gemeinsam mit Kostenträ­gern und Pharmaunternehmen festlegen. „Wir wollen uns nicht ausmalen, was passieren würde, wenn die derzeit zu beobachtenden Handelskriege im Bereich Medikamente aus­getragen würden“, unterstrich Miller die Bedeutung des Themas.

Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben in den vergangenen Jahren deutlich zu­ge­nommen: Von 40 Meldungen (2015) auf 81 Meldungen (2016), auf 108 Meldungen 2017 und auf 268 Meldungen im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort der Bun­des­regierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.

Auch die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat vor Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln ge­warnt. Eine wesentliche Ursache sieht die Kammer in der Verlagerung der Produktion in außereuropäische Länder, verbunden mit der Konzentration auf wenige Standorte. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Berlin – Arzneimittelrabattverträge seien nicht die Ursache von Lieferengpässen. Sie leisteten vielmehr einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Patienten und zur finanziellen Stabilität
Rabattverträge für AOK nicht Ursache von Lieferengpässen bei Arzneimitteln
2. Dezember 2019
Düsseldorf – Das Bundesministerium für Gesundheit soll die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, um Lieferengpässe bei Arzneimitteln bundesweit wie auch regional zu erfassen und unverzüglich
KV Nordrhein ruft zum Handeln gegen Arzneimittelengpässe auf
29. November 2019
Berlin – Der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Pro Generika, Wolfgang Späth, hat bei der Ausschreibung von Rabattverträgen eine Mehrfachvergabe an zwei oder mehr Generikahersteller gefordert. Auf
Diskussion um Reform der Rabattverträge
26. November 2019
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat heute in Berlin erneut wirksame Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei versorgungskritischen Medikamenten gefordert. Von den
Weiterhin Lieferengpässe in der Onkologie
19. November 2019
Düsseldorf – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) hat den Gesetzgeber aufgerufen, konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit
ÄK Nordrhein mahnt Maßnahmen gegen Arzneimittelengpässe an
18. November 2019
Meseberg – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat in Meseberg ein schärferes Vorgehen gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln bekräftigt. Ihn treibe die momentane Lage sehr um, sagte er heute
Spahn bekräftigt schärferes Vorgehen gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln
14. November 2019
Berlin – Union und SPD wollen Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei Arzneimitteln ergreifen. Die Bundesoberbehörden sollen mehr Verantwortung übernehmen. Geplant ist zudem ein neuer Beirat beim
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER