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Uniklinik Homburg weist Vertuschungsvorwürfe zurück

Mittwoch, 13. November 2019

Homburg/Saarbrücken – Bei einem neuen Verdachtsfall von sexuellem Kindesmissbrauch am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg hat die Klinikleitung Ver­tuschungsvorwürfe zurückgewiesen. „Die Mutter des Kindes war seitens der Klinik infor­miert worden“, teilte der ärztliche Di­rektor des UKS, Wolfgang Reith, heute mit.

Mit der Mutter sei erneut 2019 ein Gespräch geführt und es sei ihr Akteneinsicht ermög­licht worden. Gestern war bekanntgeworden, dass ein Mädchen im Juli 2012 in der dorti­gen Hals-, Nasen-, Ohrenklinik mutmaßlich missbraucht worden sein soll.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall gegen unbekannt. Die Klinik bestätigte, dass bei dem Kind damals eine Verletzung im Analbereich festgestellt worden war. Mitarbeiter der Rechtsmedizin und der Kinderschutzgruppe seien zur Untersuchung hinzugezogen worden. Die genaue Ursache der Verletzung habe aber nicht geklärt werden können, teil­te Reith mit.

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Das Kind sei am Tag seiner Operation in der Klinik in „kontinuierlicher Betreuung zuerst durch die Mutter und anschließend unmittelbar durch OP-Personal“ gewesen. Nach Über­nahme in den OP-Trakt seien immer mehrere Personen vor Ort gewesen. Die Verletzung sei dann während der Narkose bei der Verabreichung eines Zäpfchens festgestellt wor­den, hieß es. Über den Verdachtsfall hatte die Frankfurter Rundschau gestern berichtet.

Der neue mutmaßliche Missbrauchsfall am UKS, der Jahre später in die Öffentlichkeit dringt, hatte unter saarländischen Politikern Empörung ausgelöst. Ende Juni war bekannt geworden, dass ein 2016 gestorbener Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKS in Homburg von 2010 bis 2014 mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell miss­braucht haben soll.

Die Eltern der 34 möglicherweise betroffenen Kinder waren erst diesen Sommer darüber informiert worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals wegen der Verdachtsfälle er­mittelt – das Verfahren aber nach dem Tod des Arztes eingestellt.

Das UKS berichtete heute, von den 34 Kontak­tierten hätten sich mittlerweile fünf Perso­nen oder Familien zurückgemeldet, vier davon eine Akteneinsicht gewünscht – und be­kommen. Zudem seien rund 300 weitere ehemalige Patienten jenes Arztes über die im Raum stehenden Vorwürfe informiert worden. Da hätten sich aus 60 Anfragen 33 Akten­einsichten oder Gespräche am UKS ergeben. „Die Klinikleitung ist nach wie vor dabei, Transparenz zu schaffen“, sagte Reith. © dpa/aerzteblatt.de

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