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Medizin

E-Zigaretten: Doppelte Lungentrans­plantation rettet Jugendlichen mit EVALI

Donnerstag, 14. November 2019

Pressekonferenz der Henry Ford Klinik in Detroit am 12.11.2019 anlässlich der doppelten Lungen­trans­plan­ta­tion /picture alliance, AP Photo

Detroit – Eine bilaterale Lungen­trans­plan­ta­tion hat in den USA einem 17-jährigen Tee­nager das Leben gerettet, der nach dem Konsum von E-Zigaretten eine schwere Lungen­schä­di­gung (EVALI) erlitten hatte.

In den USA steigt die Zahl der Patienten mit „e-cigarette, or vaping, product use–associa­ted lung injury“ (EVALI). Den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurden bis zum 5. November 2.051 Erkrankungen gemeldet, von denen 40 tödlich endeten.

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Auch ein 17-jähriger Teenager aus dem US-Bundesstaat Michigan wäre vermutlich ge­stor­ben, wenn er nicht doppelt Glück gehabt hätte. Zum einen wurde er an einer Klinik behandelt, die Lungen­trans­plan­ta­tionen durchführt. Zum anderen konnte er als Kind in einer lebens­bedrohlichen Situation bei der Verteilung von Organen bevorzugt werden.

Der Fall zeigt, wie sich eine EVALI entfaltet. Der Teenager war am 5. September mit Ver­dacht auf eine Pneumonie in einer Klinik in Detroit aufgenommen worden. Vermutlich war er dort symptomatisch und mit Antibiotika behandelt worden, ohne dass sich die Situation verbes­serte.

Am 12. September wurde er intubiert und maschinell beatmet. Am 17. September wurde er für eine extrakorporale Membranoxygenierung in das Kinderkrankenhaus der Stadt transportiert. Doch die Hoffnung, dass die Lungen sich in den folgenden Tagen wieder erholen, erfüllte sich nicht.

Da sich der Gesundheitszustand des Patienten weiter verschlechterte, wurde er am 3. Ok­tober ins Henry Ford Hospital transportiert und auf die Warteliste für eine Lungen­trans­plantation gesetzt. Da er noch ein Kind, der Lungenschaden irreversibel ist und er ohne die Transplantation sterben würde, rückte er innerhalb weniger Tage an die Spitze der Warteliste.

Die Operation wurde am 15. Oktober durchgeführt. Da alle Abschnitte der Lunge ausge­fallen waren, wurde eine Transplantation beider Lungenflügel durchgeführt.

Nach Angaben der Klinik verlief die Operation erfolgreich. Die maschinelle Beatmung konnte am 27. Oktober beendet werden. Der Patient sei inzwischen nicht mehr bettläge­rig und gewinne langsam seine Kräfte zurück, teilte die Klinik jetzt mit.

Einzelheiten zu den medizinischen Befunden wurden nicht genannt. Die histologische Untersuchung der entfernten Lungen könnte neue Einblicke in die Ursache der Erkran­kung ermöglichen.

Derzeit wird vermutet, dass Tocopherolacetat (Vitamin-E-Acetat) oder andere (illegale) Bestandteile des Liquids eine Lipid-Pneumonitis auslösen. Möglich erscheint auch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf einzelne Substanzen der E-Zigaretten. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #715180
DrSchnitzler
am Freitag, 15. November 2019, 14:02

... Wahrheit und Klarheit: erster Todesall durch E-JOINT nun auch in Europa?

Nach aktuellen Presseberichten ist nunmehr offenbar ein junger Mann in Belgien an der "vaping illness" im Zusammenhang mit E-Joints (!!!) verstorben (1).

Dies war (leider) zu erwarten. Daher nochmals (2) die DRINGENDE WARNUNG vor Liquids unbekannter Herkunft, INSBESONDERE wenn Cannabis-Produkte im Spiel sind bzw. sein könnten!

Prof. Bernd Mayer dazu (4):
»Man kann die weltweiten Gesundheitsbehörden ruhigen Gewissens auch für diesen tragischen Fall verantwortlich machen. Es wurde und wird nicht laut, deutlich und unmissverständlich vor diesem verschnittenen Junk gewarnt. Alle wissen seit August was Sache ist und noch immer sagt das der Bevölkerung niemand - oder allenfalls verklausuliert. Meines Erachtens ist das der schlimmste Skandal im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten! Durch mangelhafte Information nimmt man jungen, gesunden Menschen das Leben! Ich habe einen Sohn im gleichen Alter und kann meinen Abscheu nicht in Worte fassen!«

Und nochmals der Hinweis, dass "E-Zigaretten" aus legalen Quellen rein gar nichts mit diesen tragischen Vorfällen zu tun zu haben KÖNNEN (5)!


_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen (Zugriff 15.11.2019)
(1) https://www.tellerreport.com/life/2019-11-14---first-death-in-belgium-attributed-to-the-use-of-the-electronic-cigarette-.Hyx_zRbjor.html
(2) https://www.telegraph.co.uk/news/2019/11/14/first-belgian-death-linked-vaping-teen-given-e-cigarette-18th/
zit bei https://www.facebook.com/Belidampft
(3) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/E%2DZigaretten?nid=107081
(4) https://www.facebook.com/Belidampft
(5) https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/bundesamt-sieht-keine-erhoehte-gefahr-durch-e-zigaretten-16427041.html
LNS

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