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Medizin

Neuer Cochrane-Report zu Topiramat bei Epilepsie

Donnerstag, 14. November 2019

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Liverpool – Einen neuen Überblick über den Stand des Wissens zur Add-On-Therapie von Epilepsien mit dem Medikament Topiramat hat die Cochrane Epilepsy Group herausgege­ben (doi 10.1002/14651858.CD001417.pub4).

Manche Patienten mit Epilepsie benötigen mehr als ein Antiepileptikum, um ihre Anfälle zu kontrollieren, insbesondere wenn diese aus einem Bereich des Gehirns stammen (fo­ka­le Epilepsie), anstatt das gesamte Gehirn zu betreffen (generalisierte Epilepsie). Topira­mat kann zusätzlich zu anderen Antiepileptika im Rahmen einer Add-On-Behand­lung ein­gesetzt werden, um eine medikamentenresistente Epilepsie zu kontrollieren.

Der neue Bericht untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Topiramat als Zu­satz­therapie für Menschen mit medikamentenresistenter fokaler Epilepsie. Die Wissen­schaftler fanden 12 Studien, die Topiramat als Zusatzbehandlung untersuchten. Darunter waren 1.650 Menschen mit arzneimittelresistenter fokaler Epilepsie.

Die Studien verglichen das antiepileptische Medikament Topiramat mit einem Placebo-Medikament für einen Zeitraum von bis zu 18 Wochen. Die Überprüfung ergab, dass To­piramat fast 3-mal effektiver ist als Placebo, wenn es zusammen mit anderen Medika­menten verwendet wird, um die Anzahl der Anfälle bei der medikamentenresistenten fo­kalen Epilepsie zu reduzieren.

Die Hinzufügung von Topiramat zur üblichen Behandlung war jedoch mit einer Zunahme von Nebenwirkungen wie Koordinationsproblemen (Ataxie), Konzentration, Schwindel, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Denkstörungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut und Ge­wichtsverlust verbunden. Bei Menschen, die Topiramat einnahmen, ist laut den Studien die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch, sich aus der Behandlung zurückzuziehen, als bei Personen, die Placebo einnahmen.

„Wir haben die Studien im Hinblick auf mögliche Verzerrungen und Sicherheit bewertet. Insgesamt haben wir die Gewissheit der Evidenz als mäßig bis hoch eingestuft, was be­deutet, dass wir ziemlich sicher sind, dass die von uns gemeldeten Ergebnisse korrekt sind“, schreiben die Wissenschaftler.

Sie weisen aber daraufhin, dass die in dieser Untersuchung enthaltenen Studien nicht die Langzeitwirkungen von Topiramat als Zusatztherapie analysisierten und nur eine Studie die Anwendung von Topiramat bei Kindern untersucht hat.

„Die Ergebnisse sollten daher nur bei Erwachsenen mit medikamentenresistenter fokaler Epilepsie angewendet werden. Zukünftige Forschung sollte testen, welche Dosis am effektivsten ist, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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