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Ausland

WHO startet Initiative für bessere Insulinversorgung in Schwellenländern

Donnerstag, 14. November 2019

/dpa

Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat ein Präqualifizierungsprogramm für Insulin gestartet, um den Zugang zur Behandlung in ärmeren Ländern zu verbessern. „Diabetes nimmt weltweit zu. Die Erkrankungszahlen steigen in einkommensschwachen Ländern schneller“, sagte der WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Etwa 65 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigten Insulin, aber nur die Hälfte von ihnen könne es nutzen, was vor allem auf hohe Preise zurückzuführen sei, hieß es. Zudem benötigten alle Menschen mit Typ-1-Diabetes Insulin, um zu überleben. „Die Prä­qualifizierungsinitiative der WHO für Insulin ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass alle, die dieses lebensrettende Produkt benötigen, Zugang dazu haben“, sagte Ghe­breyesus.

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Die Bewertung und Präqualifizierung von Gesundheitsprodukten durch die WHO ermög­licht internationalen Beschaffungsbehörden wie dem Global Fund, Gavi, der Vaccine Alliance und Unicef sowie zunehmend Ländern, Massenkäufe von Medikamenten, Impf­stoffen, Diagnostika und anderen kritischen Produkten zu niedrigeren Preisen.

Trotz eines ausreichenden Angebots sind die Insulinpreise laut WHO derzeit in den meis­ten Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ein Hindernis für die Behandlung. Drei Hersteller kontrollierten den größten Teil des globalen Marktes für Insulin und setz­ten Preise fest, die für viele Menschen und Länder unerschwinglich seien. „Die Daten zeigen, dass die Insulinversorgung eines Monats einen Arbeiter in Accra, Ghana, 5,5 Tageslöhne oder 22 Prozent seines Einkommens kostet“, gab die WHO ein Beispiel.

Die Präqualifikation von Insulin durch die WHO ermögliche jetzt weiteren Firmen die in­ternationale Verbreitung von Insulin. „Präqualifizierte Produkte von weiteren Unterneh­men werden hoffentlich dazu beitragen, die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern und eine gleichmäßigere Versorgung mit Qualitätsinsulin in allen Ländern zu gewährleisten“, sagte Mariângela Simão, stellvertretende WHO-Generaldirektorin für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.

Die Präqualifikation von Insulin ist nur einer von mehreren Schritten, die die WHO im kommenden Jahr unternehmen will, um der Diabetesbelastung zu begegnen. Geplant sind die Aktualisierung der Leitlinien für die Behandlung von Diabetes, effektivere diag­nostischere Strategien, Initiativen zur Preissenkung bei Insulin-Analoga sowie bessere Abgabemechanismen.

„Die WHO arbeitet auch mit den Ländern zusammen, um eine gesündere Ernährung und körperliche Aktivität zu fördern und das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu verringern“, teilte die Organisation mit. © hil/aerzteblatt.de

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