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Ärzte fordern die beschleunigte Umsetzung von Hitzeaktionsplänen

Donnerstag, 14. November 2019

/Tom Wang, stockadobecom

Berlin – Der Klimawandel und speziell Perioden großer Hitze stellen für die deutsche Bevölkerung ein akutes Gesundheitsrisiko dar. „Die Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzewellen wird künftig weiter zunehmen“, sagte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), heute in Berlin. Die BÄK fordert deshalb Länder und Kommunen auf, konkrete Maßnahmenpläne zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse zu entwickeln.

Dabei dränge die Zeit, so Reinhardt, denn die Auswirkungen des Klimawandels seien nicht irgendwann, sondern bereits hier und heute spürbar. Handlungsempfehlungen zur Umsetzung von Hitzeaktionsplänen gebe es bereits vom Bundesumweltministerium, ergänzte Franziska Matthies-Wiesler vom Helmholtz-Zentrum München.

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„Neben einem nationalen Hitzeschutzplan sind konkrete Maßnahmenpläne für Kliniken, Not- und Rettungsdienste sowie Pflegeeinrichtungen zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse notwendig“, betonte Reinhardt.

Die Empfehlung zur beschleunigten Umsetzung von Hitzeaktionsplänen ist eine von drei deutschlandspezifischen Empfehlungen, die heute zusammen mit dem Jahresbericht des internationalen Forschungsprojektes „The Lancet Countdown on Health and Climate Change“ herausgegeben wurden.

CO2-Fußabdruck des deutschen Gesundheitssektors senken

Das von der BÄK unter anderem in Zusammenarbeit mit der Charité-Universitätsmedizin Berlin und dem Helmholtz-Zentrum München herausgegebene Policy Brief fordert außerdem, den CO2-Fußabdruck des deutschen Gesundheitssektors zu senken. Momentan mache er fünf Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus und trage so zum Klimawandel bei. „Der Gesundheitssektor sollte mit gutem Beispiel vorangehen“ sagte eine der Verfasserinnen des Policy Briefs, Sabine Gabrysch, die an der Charité den ersten Lehrstuhl für Klimawandel und Gesundheit in Deutschland innehat.

Da es außerdem „im öffentlichen Diskurs, auch unter Ärzten und Pflegekräften, noch an einem klaren Bewusstsein für die Verbindung zwischen Klimawandel und Gesundheit mangelt“, wie Martin Herrmann, Vorsitzender von KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, betonte, müsse die Thematik bereits in der Ausbildung vermittelt werden

Die dritte Empfehlung lautet demnach, das Thema Klimawandel und Planetary Health in die Lehrpläne aller Gesundheits- und medizinischen Fakultäten einzubeziehen, ebenso wie in die Aus-, fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe.

„Ärzte müssen im Blick haben, dass bei bestimmten Medikamenten bei hohen Temperaturen die Dosierungen angepasst werden müssen“, nannte Reinhardt ein Beispiel für die Auswirkungen von Hitzeperioden, die bereits bekannt sind und über die Ärzte sich im Klaren sein müssen.

Schutz der Bevölkerung erfordert mehr Forschung

Doch es mangelt auch noch an Evidenz. Der Präsident der BÄK betonte deshalb, dass die Forschung zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Gesundheit des einzelnen sowie auf die globale Gesundheit intensiviert werden müsse. Der Lancet Countdown leiste dabei bereits einen wesentlichen Beitrag.

Im Rahmen dieser Forschungsaktivitäten aktualisiert die Initiative Lancet Countdown jährlich den Stand von 41 Indikatoren in fünf Schlüsseldomänen, die Auskunft über den Einfluss des Klimawandels auf die Gesundheit sowie den Stand der weltweiten Vorsorgemaßnahmen geben. © nec/aerzteblatt.de

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