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Medizin

Analphabeten erkranken häufiger an Demenz

Freitag, 15. November 2019

/Juan Gärtner, stock.adobe.com

New York – Wer als Kind weder lesen noch schreiben lernt, erkrankt im Alter früher an einer Demenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Studie in Neurology (2019; doi: 10.1212/WNL.0000000000008587).

New York gilt als eine der weltweit wichtigsten Medien-Metropolen. Doch nicht weit von den Verlagshäusern in Manhattan entfernt gibt es Menschen, die niemals eine Zeitung ge­­lesen oder einen Brief geschrieben haben. In Washington Heights, im Norden Man­hattans, ist der Anteil der Analphabeten vor allem bei den Einwanderern aus der Domini­kanischen Republik hoch. Viele stammen aus dörflichen Regionen der Halbinsel, wo es kaum Schulen gab.

Ein Team um Jennifer Manly vom Vagelos College of Physicians and Surgeons hat im Rah­men des Inwood Columbia Community Aging Project 983 ältere Immigranten (Durch­schnittsalter 77 Jahre) gefragt, ob sie jemals schreiben oder lesen gelernt hätten. Insge­samt 237, also etwa ein Viertel, outeten sich als Analphabeten.

Alle Studienteilnehmer nahmen zu Beginn der Studie und danach alle 18 Monate bis zwei Jahre an neuropsychologischen Tests zu Gedächtnis, Sprache und visuellen Fähig­keiten teil.

Wie sich herausstellte, litten 83 der 237 Analphabeten oder 35 % zu Beginn der Studie an einer Demenz. Von den Personen, die lesen und schreiben konnten, hatten 134 von 746 Personen oder 18 % eine Demenz. Nach Berücksichtigung von Alter, sozioökonomischem Status und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelte Manly für die Analphabeten ein fast dreifach erhöhtes Risiko auf eine Demenz.

Während der dreieinhalbjährigen Beobachtungszeit kamen weitere Demenzerkrankungen hinzu. Am Ende wurde die Diagnose bei 114 von 237 Analphabeten oder 48 % gestellt gegenüber 201 von 746 Personen oder 27 % der Kontrollgruppe mit Lese- und Schreib­fähigkeiten. Manly ermittelt für die Analphabeten ein doppelt so hohes Risiko, während der Beobachtungszeit neu an einer Demenz zu erkranken.

Während der 4 Jahre kam es bei allen Teilnehmern zu einer Verschlechterung in den neu­ropsychologischen Tests. Die Analphabeten bauten zwar nicht schneller ab als die Nicht­analphabeten. Sie waren allerdings am Anfang von einem niedrigeren Niveau gestartet, was die Zunahme der Demenzerkrankungen erklärt.

Manly schließt aus den Ergebnissen, dass lebenslanges Lesen und Schreiben das Gehirn in vielerlei Hinsicht stärkt und im Alter das Auftreten von Demenz verhindern oder wenigstens hinauszögern kann. © rme/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #734446
Martin Schühle
am Samstag, 16. November 2019, 03:32

Demenz und Analphabetismus

Die Verknüpfung, dass Analphabetismus das Risiko einer Demenz fördert ist doch sicherlich nicht nachgewiesen sondern eine sehr seltsame Interpretation.
Von einem niedrigen "Niveau" gestartet-was für ein "Niveau" und warum soll daher dieses eine Zunahme der Demenzerkrankung begünstigen.
So ein Quatsch und das Ärzteblatt übernimmt dieses unkritisch mit einem irreführenden Titel.
Auch für das Ärzteblatt sollte eine etwas kritische Überlegung selbstverständlich sein.
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