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Kampf gegen Antibiotika­resistenzen tritt auf der Stelle

Freitag, 15. November 2019

Die weißen Plättchen geben verschiedene Antibiotika ab, von denen aufgrund Resistenzen nicht alle die Keime im Umkreis absterben lassen. /dpa
Die weißen Plättchen geben verschiedene Antibiotika ab, von denen aufgrund Resistenzen nicht alle die Keime im Umkreis absterben lassen. /dpa

Luxemburg/Brüssel – Die Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien geht in der Europäischen Union (EU) nur schleppend voran. Das geht aus einem neuen Bericht des Europäischen Rechnungshofs hervor. Demnach konnten durch EU-Maßnahmen zwar insbesondere im Veterinärwesen einige Fortschritte erzielt werden, bislang deute aber nur wenig darauf hin, dass die Gesundheitsbelastung durch Antibiotikaresistenz verringert wurde.

So weist der Bericht unter anderem auf Lücken in der Überwachung therapieassoziierter Infektionen hin und kritisiert, dass die Entwicklung neuer Antibiotikaklassen auf der Stelle trete. Auch das Versagen des Marktes und die damit einhergehende Hemmung der Forschung des privaten Sektors zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz werde nicht ausreichend durch konkrete EU-Initiativen unterstützt. Zudem sind nach Ansicht der Prüfer die wissenschaftlichen Daten über Auftreten und Verbreitung von Antibiotikaresistenz weiterhin unzureichend.

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„Antibiotikaresistenz stellt eine ernstzunehmende Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar“, so Nikolaos Milionis, das für den Bericht zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. Die Europäische Kommission müsse deshalb zusammen mit den Mit­gliedsstaaten intensiver daran arbeiten, dieser wachsenden Bedrohung entgegen­zutreten. Dazu gehöre beispielsweise eine bessere Unterstützung der EU-Mitgliedsstaaten, eine strategische Förderung der Erforschung von Antibiotikaresistenzen in der EU sowie eine bessere Überwachung von Antibiotikaresistenzen und dem Einsatz antimikrobiellen Tierarzneimittel.

In der EU sterben jährlich etwa 33.000 Menschen an Infektionen, die durch arzneimittel­resistente Bakterien verursacht werden. Für die Wirtschaft ergeben sich dadurch Mehr­kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aufgrund von zusätzlichen Gesundheitskosten und Produktivitätsverlusten. © hil/sb/aerzteblatt.de

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