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Behindertes Kind bekommt Schmerzensgeld wegen Kunstfehlers zugesprochen

Freitag, 15. November 2019

Oldenburg – Für ärztliche Kunstfehler bei seiner Geburt bekommt ein schwerst­behin­der­tes Kind aus Gütersloh 500.000 Euro Schmerzensgeld. Das hat das Oberlandes­gericht Ol­denburg entschieden. Das Kind werde mit schweren Hirnschäden lebenslang auf frem­de Hilfe angewiesen sein, teilte das Gericht heute mit.

Die beklagte Klinik aus dem Landkreis Osnabrück sowie eine Ärztin wurden zudem ver­pflichtet, dem Mädchen alle Schäden zu ersetzen, die ihm aus den groben Behandlungs­feh­lern entstanden sind oder zukünftig entstehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Gerichtsangaben war der Herzschlag des Mädchens vor der Geburt stark abgefallen. Ein Wehenschreiber hatte zeitweise keine Herzschläge von Mutter und Kind aufgezeich­net. Erst nach zehn Minuten wurde wieder ein normaler Herzschlag angezeigt.

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Dies hielten die Ärzte für den Herzschlag des Kindes. Doch tatsächlich waren es die Herz­töne der Mutter. Als der Irrtum bemerkt wurde, war es bereits zu spät. Das Kind hatte durch eine Sauerstoffunter­versorgung einen schweren Hirnschaden erlitten. Die Ärzte hätten sich auf andere Weise vom Zustand des Kindes überzeugen müssen, be­gründete das Oldenburger Gericht.

Zuvor hatte bereits das Landgericht Osnabrück weitere Fehler erkannt. Demnach hatte nach der Geburt die Reanimation nicht sofort begonnen, es lag kein Beatmungsbeutel bereit, die Maskenbeatmung war fehlerhaft und ein Notarzt war zehn Minuten zu spät erschienen. © dpa/aerzteblatt.de

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