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Hochschulen

Plagiatsverfahren gegen mutmaßlich falsche Ärztin eingeleitet

Freitag, 15. November 2019

Der Haupteingang der Klinik Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar. Die mutmaßlich falsche Ärztin soll hier ohne entsprechende Ausbildung Patienten betäubt haben. /picture alliance, Uwe Zucchi

Kassel/Fritzlar – Neben Ermittlungen wegen vier Todesfällen läuft nun auch ein Verfah­ren wegen eines möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gegen die mutmaßlich falsche Ärztin aus Nordhessen.

Die promovierte Biologin soll nicht nur ohne entsprechende Ausbildung als Narkoseärz­tin gearbeitet, sondern auch bei ihrer Doktorarbeit in Biologie betrogen haben. Die Universität Kassel prüft nun, ob es sich um ein Plagiat handelt. Ein Promotionsausschuss habe heute ent­schieden, ein Prüfverfahren zur fraglichen Arbeit einzuleiten, sagte ein Universitäts­sprecher.

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Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die 48-Jährige hatte der Vorsitzende des Pro­mo­tionsausschusses mit einer Vorprüfung begonnen. Heute befasste sich dann das ganze Gremium damit. Wie lange eine endgültige Entscheidung dauert, ist unklar.

Die 48-jährige Frau sitzt momentan in Untersuchungshaft. Sie hatte von 2015 bis 2018 in der Klinik Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) gearbeitet. Dabei soll sie als Narkoseärztin Patienten betäubt haben. Vier starben, in acht weiteren Fällen sollen Gesundheitsschäden eingetreten sein.

Ob es weitere Opfer gibt, prüfen die Behörden noch. Staatsanwaltschaft und Polizei er­mitteln unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags, gefährlicher Körperverlet­zung, Urkundenfälschung, Betrugs und des Missbrauchs von Titeln. © dpa/aerzteblatt.de

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