szmtag Wilke laut Abschlussbericht zu wenig kontrolliert
NewsPolitikWilke laut Abschlussbericht zu wenig kontrolliert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Wilke laut Abschlussbericht zu wenig kontrolliert

Montag, 18. November 2019

/picture alliance, Uwe Zucchi

Wiesbaden/Korbach – Im Fleischskandal um das Unternehmen Wilke sieht das hessische Verbraucherschutzministerium erhebliche Versäumnisse bei dem für die Lebensmittel­über­wachung zuständigen Landkreis. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den Ministerin Priska Hinz (Grüne) heute in Wiesbaden vorstellte.

Demnach hätte der nordhessische Wursthersteller planmäßig zwölfmal im Jahr vom Land­kreis Waldeck-Frankenberg kontrolliert werden müssen. „Aufgrund eines Fehlers des Landkreises ist die Firma Wilke auf ein dreimonatiges Kontrollintervall herabgesetzt wor­den“, heißt es in dem Bericht.

Anzeige

Das war laut Ministerium nicht der einzige Fehler: So sei bei einer Betriebsgröße wie bei Wilke eine regelmäßige Überprüfung aller Betriebsräume nötig. „Die vorgelegten Kon­troll­berichte aus dem Jahr 2018 sagen aus, dass Kontrollen jeweils nur in verschiedenen Bereichen des Betriebes stattgefunden haben, schwerwiegende Mängel werden in diesen Berichten nicht erwähnt.“

Hinz bekräftigte ihre Ankündigung, Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen, unter anderem soll die Lebensmittelsicherheit durch drei zusätzliche Stellen im Ministerium und acht in den Regierungspräsidien verbessert werden.

Anfang Oktober war der Fleischhersteller Wilke geschlossen worden, nachdem wieder­holt Listerien-Keime in seinen Produkten entdeckt worden waren. Sie können bei ge­schwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #769691
scharafin.ursula@web.de
am Donnerstag, 21. November 2019, 22:39

Dies ist in Bayern nicht besser

Es ist entsetzlich, dass erneut ein Hersteller von Nahrungsmitteln mit solchen gravierenden Hygienemängeln erst geschlossen wird, wenn Menschen ernsthaft zu Schaden kommen und vielleicht sogar sterben. "Mehrmals wurden Keime gefunden" bedeutet was genau? 50x sprach der Kontrolleur erst "eine Rüge" aus "du, du, duuu!" und es geschah rein gar nichts und beim 51x wurde das Unternehmen nun endlich geschlossen. Dies ist leider in Bayern nicht besser. Ich habe schon die halbe Welt besucht aber ernsthaft vergiftet habe ich mich nur zu Hause in Bayern...
Avatar #763881
Ruxandra1962
am Donnerstag, 21. November 2019, 19:41

Ministerin findet Sündenbock

In der Presse war zu lesen, dass das hessische Verbraucherschutzministerium schon im Frühjahr auf Listerienfunde aufmerksam gemacht wurde. Es lässt tief blicken, dass keiner der überbezahlten Ministerialbeamten die notwendigen Schlüsse aus dieser Mitteilung gezogen hat. Statt 8 neue Stellen zur Überwachung der örtlichen Behörden zu schaffen, sollte lieber eine mobile Gruppe von Fachleuten geschaffen werden, die in ganz Hessen die örtlichen Ämter unterstützen kann.
LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER