NewsVermischtesWettbewerbszentrale verklagt Anbieter von AU-Bescheinigungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Wettbewerbszentrale verklagt Anbieter von AU-Bescheinigungen

Montag, 18. November 2019

/blende11.photo, stock.adobe.com

Bad Homburg – Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat einen Muster­prozess gegen einen Anbieter von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU-Bescheini­gun­­gen) eingeleitet, der den Angaben zufolge mit Krankschreibung ohne Arztbesuch um Kun­den wirbt.

Eine Klage gegen das Unternehmen wurde beim Landgericht Hamburg eingereicht, wie die Wettbewerbszentrale heute in Bad Homburg mitteilte.

Nach Auffassung der Wettbewerbs­zentrale verstößt das Unternehmen mit seinem Vorgehen gegen das Werbeverbot für Fern­be­handlungen, das im Heilmittelwerbegesetz verankert ist. Außerdem werbe die Firma auf ihrer Startseite mit der Aussage „100% gültiger AU-Schein“. Diese Aussage sei jedoch irreführend. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #760232
penangexpag
am Dienstag, 19. November 2019, 05:47

digitale AU-Bescheinigung

Auf diesen Prozeß darf man wirklich gespannt sein - Spannung in ganz positivem Sinn. Denn es gibt durchaus gewichtige medizinische Argumente, z.B. im Falle einer plötzlichen fiebrigen Erkrankung, die Risiken eines Arztbesuches - für den Erkrankten wie auch andere Patienten in der Praxis - zu vermeiden. Eine AU über digitale Ferndiagnose wäre ein Ausweg, von den aber auch möglichen medizinischen Risiken jetzt mal abgesehen. Man sollte eine Alternative, nämlich den Hausarztbesuch,nicht aus dem Auge verlieren, mindestens zwecks grundsätzlicher Risikoabwägung - auch wenn das natürlich viel aufwendiger wäre. Soweit die medizinische Seite.
Tatsächlich wird der Knackpunkt aber die arbeitsrechtlliche Seite sein. Denn die bisherige AU besaß ihre Unanfechtbarkeit durch den Arbeitgeber allein durch das außerordentliche Vertrauen, welches die Gesellschaft in die Neutralität der Ärzteschaft setzt . Das ist ganz sicher nicht immer und von allen Arbeitgebern geteilt worden - und bei Zwischenschaltung einer auf Rendite orientierten Instanz ("start up") wird das natürlich nicht besser. Ein erneutes Beispiel dafür, was geschieht, wenn der Patient zum Gegenstand von Rendite-Aspekten wird.
Ich sehe den Ausweg in der Richtung, daß es eine in gesellschaftlich neutralisierte Instanz aus Krankenkassen, Ärzteschaft, Arbeitgebern,Gewerkschaften gibt, die allein solche digitalen tele-AU ausstellen kann.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER