NewsVermischtesSpaziergängerin totgefahren: Drei Jahre Haft für Epileptiker
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Spaziergängerin totgefahren: Drei Jahre Haft für Epileptiker

Montag, 18. November 2019

/Mariusz Blach, stock.adobe.com

Würzburg – Ein Epileptiker, der 2018 am Steuer einen Krampf erlitten und eine Spazier­gän­gerin totgefahren hatte, muss ins Gefängnis. Das Amtsgericht Würzburg verurteilte ihn heu­te wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft. Außerdem erhielt der Mann ein lebenslanges Fahrverbot. Damit blieb das Ge­richt unter der von der Anklage geforderten vierjährigen Gefängnisstrafe.

Der 32-Jährige hatte am Dreikönigstag vergangenen Jahres auf einem Feldweg im Landkreis Würzburg die Kontrolle über sein Auto verloren. Er war mit Tempo 120, statt mit erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs und fuhr frontal in eine 26-jährige Spaziergängerin. Die Frau erlitt einen Schädelbruch und starb noch am Unfallort.

Anzeige

Der Unfallfahrer hatte erst ein knappes Jahr vor dem Unfall seinen Führerschein zurücker­hal­ten. Dieser war ihm entzogen worden, weil er bei einer Alkoholfahrt einen schweren Ver­kehrsunfall verursacht hatte. Im Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verschwieg der Verurteilte seine Epilepsie, die seit 2009 diagnostiziert war.

Nach Überzeugung des Gerichts nahm er gegen ärztlichen Rat seine Medikamente nur un­re­gelmäßig. Die Mediziner hatten ihm auch vom Autofahren grundsätzlich abgeraten. Das Ge­richt sprach deshalb von einem „harten, aber notwendigen Urteil“. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Juni 2020
Liverpool – Nach einer Hirnoperation zum Beispiel bei einem Tumorleiden wird den betreffenden Patienten mitunter ein Antiepileptikum verordnet, obwohl diese vorher nicht an einer Epilepsie gelitten
Wie effektiv sind Antiepileptika nach Schädel-OP – und wie sicher?
4. Mai 2020
Bonn – Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Bonn haben einen Autoantikörper identifiziert, der vermutlich bei manchen Patienten für eine sogenannte limbischen Enzephalitis – eine Hirnentzündung im
Autoantikörper im Gehirn könnte epileptische Anfälle auslösen
5. Februar 2020
Liverpool – Die Cochrane Epilepsy Group sieht keine Evidenz für die Gabe von intravenösen Immunglobulinen bei Patienten mit Epilepsie, die auf herkömmliche Antiepileptika nicht ansprechen. Der
Cochrane-Autoren sehen keine Evidenz für Immunglobulin-Therapie der Epilepsie
19. Dezember 2019
Emeryville/Kalifornien – Der Appetitzügler Fenfluramin, der vor 20 Jahren nach vermehrten Herzklappenfehlern vom Markt genommen wurde, hat in 2 randomisierten Studien im Lancet (2019; doi:
Appetitzügler Fenfluramin senkt Anfallsfrequenz bei Dravet-Syndrom deutlich
2. Dezember 2019
Ann Arbor/Michigan – Patienten, deren Status epilepticus nicht durch die intravenöse Therapie eines Benzodiazepins durchbrochen werden konnte, erholten sich in einer randomisierten Studie im New
Status epilepticus: Was nach einer Resistenz auf Benzodiazepine wirkt
28. November 2019
Mainz – Einem Epileptiker darf der Führerschein entzogen werden, wenn er nicht beweisen kann, dass er mindestens ein Jahr lang keinen Anfall hatte. Eine Eignung zum Fahren eines Fahrzeugs dürfe bei
Epileptiker darf Führerschein entzogen werden
25. November 2019
Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues Antiepileptikum zugelassen. Der Wirkstoff Cenobamat erzielte bei Patienten mit schwer therapierbaren fokalen Anfällen bei etwa jedem 5.
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER