NewsVermischtesBSI stellt Leitfaden zur Cybersicherheit von Medizinprodukten vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

BSI stellt Leitfaden zur Cybersicherheit von Medizinprodukten vor

Dienstag, 19. November 2019

/metamorworks, stock.adobe.com

Düsseldorf – Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bei der Medizinmesse Medica in Düsseldorf eine Handreichnung „Sicherheit von Medizinproduk­ten – Leitfaden zur Nutzung des MDS2 aus 2019“ (Manufacturer Disclosure Statement for Medical Device Security) veröffentlicht.

Er soll Hersteller und Betreiber von Medizinprodukten bei der Anwendung des MDS2 un­terstützen, das im Rahmen von Beschaffungsvorgängen als Grundlage für eine Risikoana­lyse dienen kann. Das MDS2 ermöglicht es den Herstellern, Angaben zu sicherheitsrele­van­ten Merkmalen und Funktionen ihrer Produkte strukturiert an den Betreiber zu über­mitteln.

Anzeige

Dabei lassen sich die Sicherheitseigenschaften der Produkte unterschiedlicher Hersteller detailliert abfragen und Schwachstellen und Risiken bereits im Vorfeld des Beschaffungs­prozesses vergleichen. Langfristig kann das MDS2-Formular laut BSI dazu beitragen, bei Beschaffungen die Cybersicherheit von Medizinprodukten und den Schutz sensibler Pa­tientendaten zu verbessern.

„Klassische Medizinprodukte sind immer häufiger vernetzt und tauschen ihre Daten un­ter­einander und mit anderen Geräten aus. Wie alle Innovationen bringen aber auch ver­netzte Medizinprodukte neue Risiken mit sich“, erläuterte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Cyberangriffe und IT-Sicherheitsvorfälle seien auch in Krankenhäusern und Arztpraxen eine Bedrohung, die man ernst nehmen müsse. Der Leitfaden könne dazu beitragen, dass Schwachstellen und Risiken von vernetzten Medizingeräten schneller identifiziert und abgestellt werden könnten.

In den USA ist der MDS2-Fragenkatalog, den die Hersteller von Medizinprodukten aus­füllen müssen, für viele Krankenhäuser bei Beschaffungsprozessen bereits verbindlich.

In Deutsch­land erstellen die Krankenhäuser derzeit eigenständig Fragenkataloge und Anfor­derungs­profile für Ausschreibungen, die sich in Umfang und Tiefe oft stark unterscheiden und damit für Hersteller und Betreiber aufwändig abzuarbeiten sind. Ein einheitlicher Fragenkatalog wie das MDS2-Formular könnte daher bei der Erfüllung anwendbarer Standards und regulatorischer Vorgaben hilfreich sein.

Der Leitfaden ist die erste Veröffentlichung des Expertenkreises „CyberMed“, einer Ar­beitsgruppe aus Vertretern von Industrie, Anwendern und Behörden, die sich explizit mit dem Thema Cybersicherheit von Medizintechnik befassen.

© KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. Dezember 2019
Berlin – Eine bessere Steuerung der Patienten durch das Gesundheitssystem hat heute erneut der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister,
Vertragsärzte wollen bessere Patientensteuerung
4. Dezember 2019
Mainz – Wegen Fehlern im Umgang mit Patientendaten muss ein Krankenhaus in Rheinland-Pfalz eine Geldbuße von 105.000 Euro bezahlen. Der Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann teilte mit, bei
Krankenhaus muss wegen Verwechselung eines Patienten Geldbuße bezahlen
3. Dezember 2019
Hamburg – Sensible Daten von Patienten werden Recherchen des NDR zufolge an falsche Adressen verschickt. Demnach registrierten die Datenschutzbehörden der Länder seit Inkrafttreten der
Sensible Patientendaten werden offenbar häufig falsch verschickt
3. Dezember 2019
Bonn/Frankfurt – Auf Initiative des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes haben mehr als 20 Datenschutzinitiativen sowie Einzelpersonen ein neues „Arbeitsbündnis gegen Datenmissbrauch in der Medizin“
Arbeitsbündnis gegen Datenmissbrauch in der Medizin gegründet
29. November 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat eine Digitalstrategie für die Europäische Union gefordert. Derzeit werde an einem Rahmenwerk für die Nutzung von Gesundheitsdaten in Europa
Spahn fordert europäische Digitalstrategie
29. November 2019
Berlin – Die Länderkammer hat heute wichtige Teile des Klimapakets ausgebremst. Andere Gesetze – etwa aus dem Gesundheitsressort – beschloss die Länderkammer dagegen direkt. Gebilligt hat die
Bundesrat bremst Klimaschutzpaket und billigt Gesundheitsgesetze
26. November 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat zu einer ehrlichen Debatte über Datensicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen aufgerufen. „Wir müssen in der Debatte den Schutz und die
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER