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Ausland

Britischer Gesundheitsdienst sieht Patienten wegen Ärztemangels in Gefahr

Dienstag, 19. November 2019

„Wir schicken jede Woche 350 Millionen Pfund an die EU - lasst uns stattdessen unser NHS (Nationaler Gesundheitsdienst) finanzieren“ steht auf dem Bus der Brexit-Kampagne, die Boris Johnson unterstützte. /picture alliance, Str/epa

London – Etwa 90 Prozent der Chefs von Trägerorganisationen im englischen Gesund­heits­wesen sehen das Wohl von Patienten wegen fehlenden Personals in Gefahr. Knapp 60 Prozent rechnen außerdem damit, dass dem Nationalen Gesundheitsdienst NHS der schwierigste Winter überhaupt bevorsteht.

Das geht aus einer Befragung der Dachorganisation NHS Confederation hervor, die heute veröffentlicht wurde. Die Zustände im Gesundheitsdienst spielen – neben dem Brexit – eine große Rolle im Wahlkampf. Am 12. Dezember dieses Jahres wählen die Briten ein neues Parlament.

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Allein in England seien etwa 100.000 Stellen in Kliniken unbesetzt, sagte Niall Dickson, der Geschäftsführer der NHS Confederation. Es fehle etwa an Ärzten, Rettungsassistenten und Krankenpflegern.

Er warnte die Parteien davor, keine übertriebenen Wahlversprechen zu machen. „Wir brau­chen mehr Investitionen.“ Aber selbst dann dauere es, bis sich die Lage wieder ent­spanne. Befragt worden waren 131 Geschäftsführer, Direktoren und Vorsitzende von Trä­gerorga­nisationen im englischen Gesundheitsdienst.

Das NHS gilt schon lange als marode und unterbesetzt. Besonders im Winter, wenn unter anderem zahlreiche Grippefälle hinzukommen, gelangen die Kliniken schnell an ihre Ka­pa­zitätsgrenze. Oft müssen Operationen verschoben werden, die Wartezeiten in Notauf­nahmen erreichten inzwischen einen historischen Negativrekord.

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers John Curtice ist der weitgehend aus Steuergel­dern finanzierte NHS neben dem Brexit das wichtigste Thema im Wahlkampf. Die Opposi­tion wirft den Konservativen schon lange vor, den Gesundheitsdienst kaputt gespart zu haben.

Der jetzige Premierminister Boris Johnson hatte vor über drei Jahren beim Brexit-Referen­dum Wähler mit einer irreführenden Aussage geködert: Er verwies darauf, dass London pro Woche 350 Millionen Pfund (etwa 409 Millionen Euro) an Brüssel überweise, die im Falle eines EU-Ausstiegs an den NHS gehen könnten.

Diese Botschaft ließ er sogar auf einen roten Bus drucken, mit dem er durch das Land fuhr. Er verschwieg aber, dass die tatsächliche Summe weitaus niedriger ist und auch viel Geld in Form von Fördermitteln wieder zurückkommt. © dpa/aerzteblatt.de

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