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Handlungs­empfehlungen für eine erfolgreiche Digitalisierung der Pflege

Mittwoch, 20. November 2019

/Thomas Andreas, stock.adobe.com

Berlin – Die Pflege ist ein Versorgungsbereich, der in den Diskussionen zur fortschreiten­den Digitalisierung im Gesundheitswesen oftmals nur am Rande in den Blick genommen wird. Dabei könnten digitale Lösungen nach Meinung von Experten sowohl in der ambu­lanten als auch in der stationären Pflege dazu beitragen, Pflegende zu entlasten und die Versorgung von Pflegebedürftigen zu verbessern.

Erst kürzlich hatte der Deutsche Pflegerat ein Positionspapier mit Kernanforderungen zur Digitalisierung in der Pflege veröffentlicht und auf die damit verbundenen Chancen hin­gewiesen. Jetzt hat der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) Handlungsempfehlungen formuliert, die aus seiner Perspektive sektorenübergreifend für eine erfolgreiche Digita­lisierung im Pflegebereich entscheidend sind.

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Als zentrale Handlungsfelder betrachtet der Verband dabei eine starke digitale Infrastruk­tur, eine konsequente Digitalisierung von Pflegeprozessen sowie die Förderung digitaler Kompetenz. Höchste Priorität müsse die verpflichtende Anbindung von Pflegeeinrichtun­gen an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur haben, so der bvitg.

Unerlässlich seien zudem entsprechende Zugriffsrechte der Pflege auf die Daten der elek­tronischen Gesundheitskarte sowie Lese- und Schreibrechte für die elektronische Patien­tenakte. Weitere wichtige Punkte sind dem Verband zufolge die Stärkung der Telepflege, etwa zur Onlinebetreuung von pflegenden Angehörigen, sowie der flächendeckende Aus­bau der mobilen Infrastruktur auf mindestens 4G-Standard.

Außerdem empfiehlt der Verband, papiergebundene Verfahren durchgängig durch elekt­ronische Prozesse abzulösen. „Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung ist eine vollständige, strukturierte Dokumentation, die allen an der Versor­gung beteiligten Akteuren die für sie relevanten Informationen zugänglich macht“, heißt es in dem Papier. Sie ermögliche unter anderem eine bessere Qualitäts- und Ergebnis­sicherung und sei etwa auch Grundlage für die Entwicklung von KI-gestützten Analysen und Innovationen.

Um das volle Potenzial digitaler Technologien zu erschließen, bedürfe es der Akzeptanz und damit einer durchgehenden Einbindung aller Beteiligten, so der bvitg. Deshalb fordert er ein flächendeckendes digitales Schulungsprogramm zu Beginn der Beschäftigung von Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Die Vermittlung von digitalen Kompetenzen müsse in allen Bereichen der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegenden verankert werden.

„Wir sind überzeugt, dass die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, den zukünftig weiter zunehmenden Bedarf an Pflegedienstleistungen und -personal zu decken und damit dem herrschenden Pflegenotstand zu begegnen“, meinte Sebastian Zilch, Geschäftsführer des bvitg. Hierfür seien ein starkes Bekenntnis und konkrete, langfristig angelegte Maßnahmen seitens der Politik erforderlich. In diesem Kontext plädiert der Verband für ein eigenständiges Digitalisierungsgesetz für die Pflege, um „die leistungs-, vertrags- und verwaltungsrechtlichen Voraussetzungen für eine patientenorientierte und zukunftsweisende Weiterentwicklung“ des Pflegesystems zu schaffen. © KBr/aerzteblatt.de

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