NewsPolitikWirtschaftsinstitut für Systemwechsel bei Pflegeversicherung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Wirtschaftsinstitut für Systemwechsel bei Pflegeversicherung

Mittwoch, 20. November 2019

/andyller, stockadobecom

Hannover – In der Debatte um die Zukunft der Pflegeversicherung fordert das arbeitge­ber­nahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) einen Systemwechsel. „Kern des Vor­schlags ist es, das heutige System der Pflegefinanzierung auf zwei Säulen zu stützten“, heißt es in dem Konzept des Instituts, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

„Die gegenwärtige Pflegeversicherung übernimmt einen gesetzlich fixierten prozentualen Anteil an den Gesamtkosten, eine kapitalgedeckte Eigenanteilsversicherung den verblie­be­nen Anteil – gegebenenfalls mit einem politisch definierten Eigenanteil versehen.“ Bis­her ist das Verhältnis zwischen den Kosten, die von der Pflegeversicherung getragen wer­den, und denen, die von den Pflegebedürftigen zu zahlen sind, nicht festgelegt.

Anzeige

Hintergrund des Vorstoßes ist die Debatte über rasant steigende Eigenanteile für Pflege­be­dürftige insbesondere in Heimen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte zuvor einen breiten Dialog zur künftigen Finanzierung der Pflege angekündigt. Dazu will er im Frühjahr ein Finanzierungskonzept vorlegen.

Nach dem Vorschlag der IW-Forscher Susanna Kochskämper, Christine Arentz und Maik Moritz könnte der Anteil der Sachleistungen, die von der Pflegeversicherung übernom­men werden, auf knapp 73 Prozent begrenzt werden.

„Die zweite Säule würde die verbliebenen rund 27 Prozent an den Sachleistungen finan­zieren, die bisher als Eigenanteile von den Versicherten individuell zu leisten sind“, heißt es in dem Konzept. Dies solle über Vermögens- und Kapitalbildung gesehen, „um eine weitere Belastung der jüngeren Generation im Umlageverfahren zu vermeiden“.

Ausdrücklich offen lassen die IW-Forscher, ob die Zusatzversicherung für alle zwingend oder optional sein soll. Für Geringverdiener, „die eine Prämie für die Eigenanteilsversi­che­rung nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können“, sieht der Vorschlag die Möglich­keit einer staatlichen Förderung vor. Auch die Option einer Deckelung der Prämie wird genannt – auf 50 oder 80 Euro monatlich. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. Juli 2020
Berlin – Die Große Koalition will die Leistungen der Pflegeversicherung anheben. Diese sollten ab dem kommenden Jahr „an die Preisentwicklung angepasst werden und um ein paar Prozentpunkte steigen“,
Koalition will Leistungen der Pflegeversicherung anheben
2. Juli 2020
Berlin – Die Pflegebedürftigen in Deutschland und ihre Angehörigen sind mit der Pflegeberatung durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zufrieden. Darauf deutet eine Befragung hin, die der
Befragung deutet auf hohe Zufriedenheit mit der Pflegeberatung hin
9. März 2020
Berlin – Die Pflegeversicherung hat das vergangene Jahr mit einem Plus von 3,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Mittelbestand der sozialen Pflegeversicherung erhöht sich laut Geschäftsstatistik der
Pflegeversicherung profitiert von Beitragserhöhung
2. März 2020
Berlin – Die SPD hat anlässlich der Fachkonferenz „Pflege solidarisch gestalten“ für eine Neuordnung der Finanzierungssystematik innerhalb der Pflegeversicherung plädiert. „Ich gehe von mindestens
Pflegeversicherung: SPD plädiert für Deckelung der Eigenanteile
28. Februar 2020
Schwerin – Vier von zehn Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern hätten nach Angaben der Techniker Krankenkasse Anspruch auf Geld, das sie nicht nutzen. Der Entlastungsbetrag wurden im vergangenen
Pflege: Vier von zehn Bedürftigen schöpfen Mittel nicht aus
17. Februar 2020
Berlin – Angesichts immer weiter steigender Zuzahlungen für die Pflege will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn vor allem bei jahrelangen Belastungen gegensteuern. „Gerade wer langfristig
Spahn will langfristig Pflegebedürftige finanziell entlasten
30. Januar 2020
Hannover – Die rot-schwarze Landesregierung will die unter Fachkräftemangel, Finanznot und oft schlechten Arbeitsbedingungen leidende Altenpflege in Niedersachsen stärken. Mit der Mehrheit von SPD und
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER