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Vermischtes

Mehr als ein Viertel der Kinder in Rheinland-Pfalz wegen psychischer Erkrankungen behandelt

Mittwoch, 20. November 2019

/Brian Jackson, stockadobecom

Mainz – Fast 28 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz sind im vergan­ge­nen Jahr wegen psychischer Erkrankungen und Störungen behandelt worden. Das wa­ren etwa zwölf Prozent mehr als 2009, wie aus einem Sprechvermerk von Gesundheits­minis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) aus dem Familienausschuss hervor geht.

2009 waren es 163.510 Minderjährige – und damit fast jeder vierte. Die Zahlen stammen von der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und beziehen sich auf Krankheits­bilder von der Entwicklungsstörung bis zur Schizophrenie.

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„Die Leute sind nicht kränker als früher“, sagte die Präsidentin der Landespsychotherapeu­ten­kammer, Sabine Maur. Sie suchten vielmehr eher Hilfe und die Krankheiten würden besser diagnostiziert. Dessen ungeachtet seien die Wartezeiten für Kinder und Jugendli­che inakzeptabel lang. Auf ein Erstgespräch müssten Familien in Rheinland-Pfalz im Schnitt sieben Wochen war­ten, einen Therapieplatz bekämen sie erst nach 22 Wochen.

Die KV macht Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation: Nach der Bedarfsreform vom Sommer gebe es noch 52 freie Sitze für Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz, 20 Pro­zent davon sollen Kinder- und Jugendlichentherapeuten sein, erläuterte KV-Sprecher Rainer Saurwein.

Aufgrund dieser Mindestquote könnten sich derzeit sogar noch 5,5 Kinder- und Jugend­lichentherapeuten in Regionen niederlassen, die sonst schon für Therapeuten gesperrt seien. Maur ist skeptisch und hofft, dass auch der ländliche Raum ausreichend profitiert.

Die meisten 2018 gestellten Diagnosen waren Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache (fast 22 Prozent), gefolgt von hyperkinetischen Störungen wie ADHS (12 Pro­zent), anderen Verhaltens- und emotionalen Störungen sowie Entwicklungsstörungen der Motorik, wie aus dem Sprechvermerk der Ministerin hervorgeht. Viele Störungen seien vorübergehend und gut behandelbar wie etwa Lispeln oder eine Rechtschreibschwäche.

Ursache solcher Auffälligkeiten und Erkrankungen sind der Ministerin zufolge meist meh­rere Faktoren. Einen großen Einfluss hätten psychosoziale Risikofaktoren wie ein ungüns­tiges Familienklima, Krankheiten der Eltern, ein niedriger sozioökonomischer Status so­wie belastende Lebensereignisse wie Tod und Missbrauch, traumatische Erlebnisse und dauerhafter Stress. Förderlich für die psychische Gesundheit seien dagegen gemeinsame Aktivitäten mit der Familie und gegenseitige Rücksichtsname sowie Selbstwirksamkeit.

Sowohl Depressionen als auch Traumafolgestörungen seien bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Gleichaltrigen deutlich häufiger. Studien zeigten, dass fast die Hälfte dieser Kinder deutlich psychisch belastet seien.

Die Akzeptanz für die Diagnose einer psychischen Erkrankung sei gestiegen, sagte Maur. Daher gebe es auch mehr Diagnosen. Zudem seien die Hausärzte sensibler geworden, die meist den ersten Hinweis auf eine Störung oder Erkrankung gäben. Zudem bedeuteten mehr Therapeuten auch mehr Diagnosen. © dpa/aerzteblatt.de

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Salzer
am Mittwoch, 20. November 2019, 20:25

Symbolbild

Auch wenn es sich um ein nicht namentlich genanntes Kind auf dem Foto handelt, finde ich die Verwendung der Abbildung dieser minderjährigen Person in dem Kontext presserechtlich fragwürdig. Der Kontext verletzt die Persönlichkeitsrechte des Abgebildeten.
LNS

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