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Bayerische Hausärzte treten für sprechende Medizin ein

Donnerstag, 21. November 2019

/dpa

Nürnberg – Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hat bessere Rahmenbedingungen für die hausärztliche Arbeit angemahnt. „Die Rahmenbedingungen hausärztlicher Tätig­keit müssen so weiterentwickelt werden, dass wir Hausärzte unbürokratisch und ohne den Zwang übergeordneter Kapitalinteressen bei einem angemessenen Honorar unsere Patienten versorgen können“, sagte der BHÄV-Vorsitzende Markus Beier kürzlich auf der Delegier­tenversammlung des Verbandes in Nürnberg.

Ganz oben auf der Agenda stünden dabei die Förderung der sprechenden Medizin sowie die Weiterentwicklung und Stärkung der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) als frei­williges Primärarztsystem. Es sei „für die Patienten kurzfristig zusammen mit den Kassen ein einfaches und unbürokratisches Bonussystem zu schaffen, um die HZV als freiwilliges Primärarztsystem zu stärken und weiterentwickeln zu können“, so Beier.

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Wichtig ist den Hausärzten auch das Thema Impfen. Eine entsprechende Beratung müsse unabhängig davon honoriert werden, ob eine Impfung erfolge oder nicht. Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass immer wieder Impfstoffe und Medikamente nicht verfügbar seien. „Diese Lieferengpässe gefährden die Gesundheit vieler Menschen weitaus mehr als etli­che der vermeintlichen Probleme, die derzeit diskutiert werden“, hieß es aus dem BHÄV.

Gesetzgeberisches Handeln wünscht sich der Verband auch bei der Entwicklung neuer An­tibiotika. „Die Weigerung fast aller großen Pharmafirmen, weiter in die Entwicklung neuer Antibiotika zu investieren, ist skandalös und muss durch gesetzgeberisches Han­deln sanktioniert werden“, erklärte der BHÄV.

Eine Fehlentwicklung sieht der Verband auch bei immer größer werdenden Medizini­schen Versorgungszentren (MVZ). Der Verband verlangt von der Politik, die Größe der MVZ zu beschränken und so „den Ausverkauf der medizinischen Versorgung ganzer Regi­onen an Investoren“ zu stoppen.

Zur Entlastung von Notaufnahmen fordert der Verband mehr Patientensteuerung. „Weder das subjektive Bedürfnis von Patienten noch die Kapitalinteressen von Anbietern dürfen die medizinische Versorgung steuern“, hieß es dazu. Der BHÄV schlägt vor, dass Patienten, die „ungesteuert eine Notfallambulanz aufsuchen, obwohl kein vitaler Notfall vorliegt“, eine Gebühr von 30 Euro zu entrichten haben.

Die bayerischen Hausärzte setzten sich auch kritisch mit der Digitalisierung auseinander. Zwar könne gerade die Telemedizin die Versorgung verbessern, aber insbesondere der Datenschutz müsse weiterhin garantiert werden. Für Gesundheits-Apps sollten nach Ansicht des BHÄV die strengen Regeln der Medikamenten-Zulassung gelten, insbesondere der sogenannte Wirknachweis. © hil/aerzteblatt.de

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