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Politik

Krankenhaus­gesellschaft gegen Zugangskontrollen in Kliniken

Donnerstag, 21. November 2019

/Gorodenkoff, stockadobecom

Berlin – Nach dem Tod Fritz von Weizsäckers, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik in Berlin, bei einem Messerangriff hat sich die Deutsche Kranken­hausgesellschaft (DKG) gegen Zugangskontrollen für Krankenhäuser ausgesprochen.

„Zugangskontrollen zu installieren, wie wir sie an Flughäfen kennen, ist bei uns nicht möglich“, sagte der Präsident der Organisation, Gerald Gaß. „Wir würden die Abläufe im Klinikalltag massiv behindern.“ Auch bei Patienten würde dies für Unverständnis sorgen. „Die Krankenhäuser sind ein öffentlicher Raum, deren Schutz eine Herausforderung ist“, betonte Gaß. Dies versuchten Kliniken im Alltag „bestmöglich zu gewährleisten“.

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Den tödlichen Messerangriff auf den Mediziner in der Charlottenburger Schlosspark-Kli­nik vom Dienstagabend wertete Gaß als „absolute Ausnahme“ – solche Taten seien aus­ge­sprochen selten. Solche Extremereignisse ließen sich in einer offenen Gesellschaft auch nie ganz ausschließen.

In Krankenhäusern gebe es zum Beispiel Schulungen für Mitarbeiter und Deeskalations­trainings, schilderte Gaß. Es gehe darum, auffällige Menschen anzusprechen und zu ver­suchen, „Situationen frühzeitig zu erkennen und dadurch zu vermeiden“, so Gaß.

Sicherheitsdienste kämen zum Teil in Rettungsstellen zum Einsatz: Die Ambulanzen, wo viele Patienten aufeinanderträfen, seien Problembereiche – auch weil die Patienten teil­weise selbst in einer Ausnahmesituation und aufgeregt seien. Es komme dort häufiger zu Streit bis hin zu körperlichen Übergriffen, wenn sich Patienten oder Angehörige „nicht schnell genug oder nicht aufmerksam genug betreut und behandelt fühlen“, so Gaß.

Der 59 Jahre alte Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker war wäh­rend eines öffentlichen Vortrags von einem Zuhörer mit einem Messer am Hals attackiert worden und gestorben. Der Angreifer, ein 57-Jähriger aus Rheinland-Pfalz, wurde von einem zufällig anwesenden Polizisten überwältigt und später festgenommen. Der Polizist wurde schwer verletzt. Die Tat hatte bei Ärzten, in der Politik und Gesellschaft Bestürzen ausgelöst. © dpa/kna/aerzteblatt.de

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