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Politik

Krankenhäuser wollen zusätzliche Mittel für Sicherheitsdienste

Mittwoch, 27. November 2019

/flashpics, adobe.stock.com

Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland rufen nach finanzieller Hilfe, um Ärzte und Pflegepersonal besser vor gewaltsamen Übergriffen schützen zu können. „Es ist beim Ge­setzgeber angekommen, dass die Übergriffe auf Rettungspersonal, aber auch auf Mitar­bei­ter in Notfallambulanzen zunehmen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, heute in Berlin.

Das alleine reiche aber nicht aus. So müssten die Krankenhäuser auch die finanziellen Mittel erhalten, um mit Sicherheitsdiensten Mitarbeiter besser schützen zu können, sagte er. Diese Kosten würden nicht über die Fallpauschalen abgebildet.

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Die Bundesregierung sieht die zunehmende Gewalt gegen medizinisches Personal, insbe­sondere bei ärztlichen Notdiensten und in Notfallambulanzen, mit Sorge. Das geht aus ei­ner Antwort der Regierung auf ein Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag her­vor.

Es bestehe Anlass, den strafrechtlichen Schutz für Hilfeleistende des ärztlichen Notdiens­tes oder einer Notaufnahme zu verstärken, heißt es in der Antwort. Derzeit prüfe die Bun­desregierung, wie dies „zeitnah erfolgen“ könne.

„Was wir benötigen, ist ein Programm, das in Kliniken die Kosten für sicherheitsrelevante Maßnahmen gegenfinanziert. Wir haben im Hygienebereich ein Sonderprogramm, und ein solches brauchen wir auch dringend für diese Sicherheitsaufgaben“, sagte Baum.

Zum Ausmaß der Gewalt gegen medizinisches Personal in Krankenhäusern gibt es der Antwort zufolge „derzeit keine bundesweite systematische Erfassung“. Laut einer noch nicht veröffentlichten Studie des Deutschen Kranken­hausinstituts (DKI) geben 75 Prozent der Krankenhäuser an, in ihren Notfall-Ambulanzen komme es zu Übergriffen.

Immer wieder kommt es zu Gewalt in Notaufnahmen. Zuletzt hatte ein Fall von der Düsseldorfer Universitätsklinik für Aufsehen gesorgt. Dort hatten Medienberichten zu­folge mehrere Männer am vergangenen Wochenende die Arbeit der Mitarbeiter behindert und eine Krankenschwester verletzt. Dem Vorfall soll eine Schlägerei vor einem Club in Düsseldorf vorausgegangen sein.

Laut Polizei gab es zwei Anzeigen der Verletzten wegen der Auseinandersetzung vor dem Club sowie eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs in der Klinik. Allerdings habe nie­mand das Krankenhaus „auseinandergenommen“, sagte der Polizeisprecher.

Die Universitätsklinik teilte vorgestern mit, dass sich auch die Begleiter der beiden Pa­tien­­ten „völlig unangemessen“ verhalten hätten. „In einer aufgeheizten Stimmung inner­halb der Gruppe haben sich diese Besucher nicht an die Regeln und Anweisungen des Per­­sonals gehalten und störten durch lautstarkes Verhalten die Abläufe und anderen Pa­tientinnen und Patienten.“

Zudem seien Beschäftigte „verbal und körperlich angegangen“ worden. Die Patienten sei­en nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Der Vorstand der Uniklinik dankte den Beschäftigten der Notaufnahme „für ihr besonnenes Handeln auch in dieser Situation und dem Sicherheitsdienst, sowie der Polizei, für das deeskalierende Eingreifen.“ © hil/may/dpa/aerzteblatt.de

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Pantoprazol
am Mittwoch, 27. November 2019, 20:19

Libanesen-Clan verantwortlich

Eine kurze Suche im Internet ergab, dass ein Libanesen-Clan die Verursacher waren. Muß das Arzteblatt inzwischen auch politisch korrekt berichten und gewisse Details ausblenden? Mfg Siegfried Scherer
LNS

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