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Ausland

Protest gegen Ende der medizinischen Behandlung von Asylbewerbern

Mittwoch, 27. November 2019

Flüchlingscamp auf Nauru /dpa

Sydney – Mediziner in Australien protestieren gegen die Abschaffung der Gesetzesgrund­lage zur medizinischen Behandlung von Asylbewerbern aus den aus­tralischen Flücht­lings­­la­gern auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea und Nauru. Mehr als 5.000 Ärzte wandten sich heute in einem Offenen Brief an das Parlament gegen die geplante Ab­schaffung des sogenannten Medevac-Gesetzes durch die Regierung, wie der Sender SBS berichtet.

„Es ist äußerst wichtig, dass Ärzte, nicht Politiker diejenigen sind, die entscheiden, wer für eine dringende medizinische Versorgung nach Australien kommt“, sagte der Medizin­professor David Isaacs aus Sydney laut SBS.

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Auch der Dachverband der katholischen Orden Australiens erklärte, Asylsuchende und Flüchtlinge litten in der Internierung. Die medizinischen Einrichtungen seien für die Behandlung ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit völlig unzureichend. Daher müsse das Gesetz dringend bestehen bleiben.

Das Medevac-Gesetz war erst im Februar mit der Mehrheit der Opposition und einiger Abgeordneter der konservativen Regierungskoalition im Parlament beschlossen worden. Demnach müssen zwei Ärzte die Überstellung kranker Flüchtlinge zur medizinischen Be­handlung nach Australien befürworten. Es räumt aber dem Innenminister ein Vetorecht gegen die Entscheidung der Ärzte ein.

Australien interniert seit fast zwei Jahrzehnten Flüchtlinge, die mit Booten Australien er­reichen wollen, in Lagern in den pazifischen Staaten Papua-Neuguinea und Nauru. Eine harsche Gesetzgebung verwehrt den Flüchtlingen selbst dann die Einreise nach Australien, wenn die australischen Behörden den Asylantrag positiv beschieden haben.

Teil der Abschreckungspolitik ist die Verweigerung der Überstellung schwerkranker Asyl­suchender zur ärztlichen Behandlung in Krankenhäuser in Australien. © kna/aerzteblatt.de

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