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Experten warnen vor gefährlichem Spielzeug

Donnerstag, 28. November 2019

/Antonioguillem, stockadobecom

Brüssel – Zum Beginn der Vorweihnachtszeit haben Umwelt- und Verbraucherschützer vor gefährlichem Kinderspielzeug gewarnt. „Die problematischsten Spielzeuge sind die aus Plastik“, sagte Tatiana Santos vom Europäischen Umweltbüro (EEB) heute in Brüssel. Vor allem aus China kämen sehr viele Spielsachen mit gesundheitsschädlichen Chemika­lien. Europaabgeordnete erwarten von der neuen EU-Kommission rasches Handeln.

Dem Umweltverband EEB zufolge wurden – basierend auf Informationen des europa­wei­ten Schnellwarnsystems für gefährliche Produkte (Rapex) – im Laufe des Jahres bereits um die 250 Spielzeugmodelle vom Markt genommen, nachdem Tests bedenkliche Chemi­kalienkonzentrationen ergeben hatten. Gut vier von fünf davon kamen demnach aus China.

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Über Rapex können einzelne Staaten Informationen zu gefährlichen Waren austauschen, die dann vom gesamten EU-Markt genommen werden können. Rapex zufolge betrafen gut 45 Prozent aller erfassten Fälle im laufenden Jahr Risiken wegen enthaltener Chemi­kalien. Vor allem Phthalate – in Plastik verwendete Weichmacher – standen im Fokus. Neben schädlichen Chemikalien spielten vor allem Spielzeuge mit Erstickungsgefahr eine Rolle. Elf Prozent der Fälle betrafen zudem Batterien, die zu leicht zugänglich waren.

Jenseits der erfassten Problemfälle sorgen sich die Umweltschützer aber um die mögliche Dunkelziffer. „Wo Kontrolleure die Ressourcen bekommen, die sie brauchen, machen sie hervorragende Arbeit“, sagte EEB-Chemikalien-Expertin Santos weiter. Die Frage sei je­doch, wie viele giftige Spielzeuge unbemerkt in die EU kämen. „Importeure chinesischer Waren müssen deutlich mehr Druck auf ihre Lieferanten ausüben“, forderte sie.

Der europäische Verbraucherverband Beuc warnte in diesem Zusammenhang auch vor un­bedachten Online-Einkäufen. Kunden werde empfohlen, nicht gekennzeichnete Pro­duk­te zu meiden. Wenn von chinesischen Internetseiten eingekauft werde, sollten zudem Elektronikgeräte, Kleidung oder Spielsachen gemieden werden, die unverhältnismäßig günstig seien, erklärte Beuc-Sprecher Laurens Rutten.

Auch aus dem Europaparlament kamen mahnende Stimmen. „Der „Black Friday“ wird als Startschuss in die Weihnachtseinkaufsaison auch in Deutschland und Europa immer be­liebter. Es gilt allerdings: Augen auf beim Geschenkekauf“, sagte die SPD-Verbraucher­schutzexpertin Evelyne Gebhardt. „Zu oft missachten Hersteller aus China oder anderen Ländern die Vorgaben des europäischen Verbraucherschutzes. Kinderspielzeugtelefone sind nicht selten zu laut und können zu Gehörschäden führen.“

„Rapex verzeichnet jede Woche mehr als zehn neue Meldungen wegen gefährlichen Spiel­zeugs in der EU“, erklärte Gebhardt weiter. „Ich erwarte von der neuen EU-Kommissi­on, dass sie sich mit Nachdruck für die Produktsicherheit einsetzt.“ Die EU-Kommission der neuen Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) soll am 1. Dezember starten. Die Be­hörde ist in der EU vor allem für neue Gesetzesvorschläge sowie für die Überwachung von EU-Recht in den einzelnen Staaten zuständig.

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold sagte: „Giftige Umwelthormone haben im Spielzeug nichts verloren. Europa braucht einen Aktionsplan, um Gifte aus unserem Lebensalltag zu entfernen.“ Zudem müsse die Durchsetzung geltenden Rechts schärfer von Brüssel kontrolliert werden. „Wir können nicht gefährliche Chemikalien in Europa verbieten und gleichzeitig giftige Importe aus China zulassen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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