NewsVermischtesMenschen mit Behinderung bei Jobsuche weiterhin im Nachteil
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Menschen mit Behinderung bei Jobsuche weiterhin im Nachteil

Freitag, 29. November 2019

/dpa

Bonn – Die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung hat sich laut Inklusions­barometer 2019 verbessert. Dennoch haben Menschen ohne Behinderung die deutlich besseren Chancen auf einen Job, wie die Aktion Mensch heute in Bonn mitteilte. Mit 11,2 Prozent sei die Arbeitslosenquote der Schwerbehinderten zwar leicht gesunken (Vorjahr: 11,7 Prozent); sie sei aber mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Quote (5,2 Pro­zent).

Seit 2013 zeigen demnach die Ergebnisse des Inklusionslagebarometers Arbeit der Sozi­al­­organisation und des Handelsblatt Research Institute (HRI) bundesweit einen positiven Trend. Gründe für den Rückgang der Arbeitslosen mit einer Schwerbehinderung auf 156.621 (Vorjahr: 162.373) seien die noch immer stabile Konjunktur sowie der zuneh­men­de Renteneintritt von Menschen mit Behinderung. Im Vergleich zu der Situation von Erwerbspersonen mit und ohne Behinderung offenbare sich jedoch noch immer eine große Kluft.

Anzeige

Aktion Mensch beklagt zugleich, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit nach wie vor ein er­hebliches Problem für Arbeitsuchende mit Behinderung sei. Schwerbehinderte Arbeits­lo­se benötigen dem Barometer zufolge durchschnittlich 359 Tage, bis sie eine Anstellung gefunden haben – 100 Tage länger als Nichtbehinderte. Auch der Anteil der Langzeitar­beits­losen ist demnach mit 43,4 Prozent (Vorjahr: 44,4 Prozent) deutlich höher als bei Menschen ohne Behinderung (34,8 Prozent).

Rückläufig sei zudem die Entwicklung im Bereich der Beschäftigungspflicht: Mit 4,63 Pro­zent werde die vorgeschriebene Fünf-Prozent-Quote für die Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung nicht nur verfehlt, sondern sinke zum zweiten Mal in Folge (Vorjahr: 4,67 Prozent). Öffentliche Arbeitgeber überträfen mit 6,5 Prozent zwar die Min­destquote, private Unternehmen erreichten jedoch lediglich 4,1 Prozent.

Kritik übte die Sozialorganisation daran, dass von 1,146 Millionen Pflichtarbeitsplätzen 44.980 nicht mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzt wurden (Vorjahr: 37.182). „Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zahlen lieber eine Ausgleichsabgabe, als einen Menschen mit Behinderung einzustellen“, sagt Christina Marx von der Aktion Mensch. „Sie befürchten einen hohen finanziellen Aufwand und meinen, Menschen mit Behinderung seien weniger leistungsfähig und noch dazu nicht kündbar. Dabei beweisen viele Beispiele in der Praxis das genaue Gegenteil.“ © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Berlin – Nach heftiger Kritik an einem Gesetz zur Reform der Reha- und Intensivpflege, hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) heute seine Reformpläne geändert. Demnach soll deutlicher formuliert
Spahn ändert nach Protest Reformpläne für Intensivpflegepatienten
4. Dezember 2019
Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) hat für ein Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung geworben. „Eine inklusive Gesellschaft beginnt im Kindesalter: Wenn Kinder und
Inklusion: Giffey für Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung
2. Dezember 2019
Berlin – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, drängt auf weitere Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen. So müsse es endlich mehr barrierefreie Arztpraxen geben, sagte
Mehr Verbesserungen für Menschen mit Behinderung nötig
27. November 2019
München – Das Erste will künftig auch den überwiegenden Anteil der Programmtrailer mit Untertitel anbieten. Das kündigte der Bayerische Rundfunk (BR) heute in München an. Damit werde der Wunsch der
Das Erste baut Service für Gehörlose und Schwerhörige aus
27. November 2019
Bukarest – In Rumänien werden immer mehr Missstände in psychiatrischen Einrichtungen bekannt. In einem neuropsychiatrischen Rehabilitationszentrum für geistig Behinderte bei Urlati würden Patienten
Ministerin beklagt Isolation geistig Behinderter in Rumänien
7. November 2019
Berlin – Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur als sogenannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt oder in Konzentrationslagern inhaftiert worden sind, sollen als NS-Opfer
„Euthanasie“-Opfer sollten als Nazi-Verfolgte anerkannt werden
6. November 2019
Berlin – In Berlin kommt nur ein Drittel der öffentlichen und privaten Unternehmen der Verpflichtung nach, mindestens fünf Prozent der Stellen an schwerbehinderte Menschen zu vergeben. Die übrigen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER